Guardiola lockt bayern ins viertelfinale – und schwelgt in sehnsucht

Pep Guardiola hat Real Madrid noch nicht ausgeschaltet, doch schon den Blick auf den möglichen Gegner im Viertelfinale gerichtet: den FC Bayern. „Hoffentlich kommen wir weiter und können dorthin fahren“, sagte der Manchester-City-Coach nach dem 2:2 im Achtelfinal-Hinspiel gegen die Königlichen – und meinte damit den Klub, den er nie wirklich verließ.

Die nächte von münchen holen ihn ein

Guardiola spricht von „diesen Abenden“, von der Atmosphäre in der Allianz Arena, von der Art, wie der Ball dort zu singen scheint. „Ich werde Bayern München vermissen, wenn ich aufhöre und in den Ruhestand gehe“, gestand er TNT Sports. Die Worte klingen wie ein Liebesbrief an eine verlorene Zeit, obwohl der Vertrag des 55-Jährigen bei Manchester City noch bis Sommer 2027 läuft.

Doch die Gerüchteküche brodelt. In England sickert durch, dass der Spanier bereits im Juni die Koffer packen könnte. Die Stadt, der Klub, das Projekt – alles erreicht, zweimal die Champions League, vier Mal die Premier League in Folge. Was bleibt, ist die Sehnsucht nach dem, was einmal war.

Bayern blieb seine prägendste station

Bayern blieb seine prägendste station

Von 2013 bis 2016 gewann er mit den Münchern dreimal die Meisterschaft, zweimal den Pokal. Doch die europäische Krone blieb ihm in München verwehrt. Genau das macht ein mögliches Wiedersehen so brisant: Erst Real Madrid, dann vielleicht Bayern – Guardiola würde gegen seine Vergangenheit und gegen die Zukunft antreten.

Die Zahlen sprechen für sich: 13 Pflichtspiele gegen die Bayern als Coach, sieben Siege, drei Remis, drei Niederlagen. Kein anderer Gegner beschäftigt ihn so sehr. Und kein anderer Gegner weiß so gut, wie er tickt. Thomas Tuchel, aktuell Bayern-Coach, studierte Guardiolas Spielphilosophie, dekonstruierte sie, bastelte daran herum. Ein Duell auf Augenhöhe, wenn es dazu kommt.

Doch zählt nur das Jetzt. Guardiola muss erst einmal Real Madrid bezwingen, muss die defensive Anfälligkeit seiner Mannschaft kitten. In den letzten vier Partien kassierte City sieben Gegentore. Das ist nicht sein Fußball. Das ist der Fußball eines Mannes, der bereits halb woanders ist.

Am Ende der Befragung verabschiedet sich Guardiola mit einem fast flüsternden Satz: „Diese Nächte sind so besonders.“ Man glaubt ihm sofort. Und man ahnt: Trifft er auf Bayern, wird es keine Gnade geben – nur eine einzige, lange Nacht voller Erinnerungen.