Pogacar vs. lipowitz: wer profitiert vom romandie-duell?
Die Tour de Romandie steht vor der Tür und verspricht nicht nur ein attraktives Rennen, sondern auch eine wichtige Standortbestimmung für Tadej Pogacar und den aufstrebenden deutschen Radprofi Florian Lipowitz. Während Pogacar seine Dominanz unter Beweis stellen will, nutzt Lipowitz das Rennen als eine Art „Lernprozess“, um sich auf den ultimativen Kampf im Juli vorzubereiten.
Die romandie: ein test unter reduziertem druck
Jens Voigt, Eurosport-Experte und ehemaliger Profi, sieht in der Tour de Romandie einen entscheidenden Vorteil für Lipowitz. „Bei der Romandie ist weniger Druck, weniger Medien, weniger Presse“, erklärt Voigt im Vergleich zur Tour de France. Dies ermöglicht es dem Deutschen, Pogacars Fahrweise, Taktik und den Einsatz seiner Mannschaft in aller Ruhe zu beobachten und daraus Schlüsse für zukünftige Rennen zu ziehen. Es ist eine seltene Gelegenheit, den Weltmeister aus der zweiten Reihe zu studieren.
Lipowitz' bisherige Erfolge, insbesondere sein dritter Platz bei der Tour de France im letzten Jahr, haben die Erwartungen deutlich erhöht. Die Romandie bietet ihm die Chance, nach dem Durchbruch vor zwei Jahren, erneut zu glänzen und seine beeindruckende Serie bei Etappenrennen fortzusetzen. Seine Podiumsplätze im Baskenland und bei der Katalonien-Rundfahrt unterstreichen seinen Anspruch.
Doch Voigt mahnt zur Vorsicht: „Er ist zwar Dritter bei der Tour geworden, aber mit elf Minuten Rückstand auf Pogacar. Das ist noch ein erheblicher Abstand, den man erst einmal aufholen muss.“

Pogacars ehrgeiziger kalender: mehr als nur rennen gewinnen
Pogacars Beweggründe für die frühe Teilnahme an der Tour de Romandie sind ebenso interessant. Er scheint ein ehrgeiziges Ziel zu verfolgen: jedes namhafte Rennen im Kalender zu gewinnen. „Ich habe den Eindruck, dass er jedes namhafte Rennen im Kalender einmal gewinnen möchte“, so Voigt. Pogacar hat bereits die UAE-Tour, Tirreno-Adriatico, die Baskenland-Rundfahrt und die Katalonien-Rundfahrt für sich entschieden und setzt nun die Tour de Romandie und die Tour de Suisse auf seine Liste.
Neben dem sportlichen Ehrgeiz ist auch die Rennpraxis für die Tour de France im Juli von Bedeutung. Pogacar nimmt zum ersten Mal in seiner Karriere so spät an eine Rundfahrt teil, was die sechs anspruchsvollen Renntage in der Romandie zu einer wichtigen Vorbereitung macht. Es geht nicht nur um eine weitere Trophäe, sondern auch darum, seine Form zu optimieren und seine Strategien zu verfeinern.
Ob Lipowitz tatsächlich in der Lage sein wird, Pogacar ernsthaft herauszufordern, bleibt abzuwarten. Aber eines ist sicher: Die Tour de Romandie wird ein spannendes Duell zweier Top-Athleten und ein wichtiger Test für ihre Ambitionen im Kampf um den Sieg bei der Tour de France.
