Pogacar vor hürde: seixas und evenepoel stellen titelverteidiger vor neue herausforderung
Lüttich, Belgien – Tadej Pogacar, der scheinbar unaufhaltsame Herrscher von Lüttich-Bastogne-Lüttich, steht am Sonntag vor einer echten Bewährungsprobe. Nach zwei dominanten Siegen in Folge müssen Zweifel aufkommen, ob der Slowene seine Vorherrschaft so mühelos verteidigen kann. Die Konkurrenz hat sich verhärtet, und insbesondere Paul Seixas und Remco Evenepoel scheinen bereit, dem Weltmeister das Leben schwer zu machen.
Die redoute: schlüsselstelle im kampf um den sieg
Das entscheidende Element in diesem Jahr könnte die Côte de la Redoute sein. Pogacar hat in den vergangenen Jahren hier seine Attacke initiiert und seine Gegner regelrecht pulverisiert. Doch dieses Jahr scheint die Situation anders. Seixas, das 19-jährige Wunderkind aus Frankreich, hat beim Flèche Wallonne bereits ein Ausrufezeichen gesetzt und war sogar schneller als Pogacar auf der Mur de Huy. Er scheint die steilen Anstiege zu lieben und könnte der ideale Mann sein, um Pogacars Attacke an der Redoute zu entschärfen.
Jonas Vingegaard zeigte auf der vierten Etappe der Tour de France 2025, wie es möglich ist, Pogacars Attacke zu kontern. Die Schlüsselposition hinter dem Kapitän von UAE Team Emirates ist entscheidend. Sollte Seixas in der Lage sein, direkt an Pogacars Hinterrad zu bleiben, könnte er den Slowenen zu einer Zusammenarbeit zwingen – oder zumindest seine Attacke bis zur Küste der Redoute verzögern. Die Teams müssen ihre Kapitäne frühzeitig in Position bringen, denn die Abfahrt davor ist extrem schnell und die Positionierung am Fuß des Anstiegs entscheidend.

Evenepoel als joker: kann der belgier noch einmal überraschen?
Auch Remco Evenepoel darf man nicht unterschätzen. Der zweimalige Titelgewinner aus Belgien befindet sich ebenfalls in Topform und könnte selbst dann noch zum Sieg avancieren, wenn er auf der Redoute einen kleinen Rückstand auf Pogacar hat. Seine unbändige Willenskraft und seine Qualitäten im Einzelzeitfahren könnten ihm den entscheidenden Vorteil verschaffen, um im Finale zurückzuschlagen. Eine spannende Dynamik entsteht, wenn Pogacar, Seixas und Evenepoel gleichzeitig um den Sieg kämpfen.
Pogacar ist zweifellos der Favorit, doch die Konstellation dieses Jahr verspricht ein Rennen voller Überraschungen. Die Tatsache, dass Pogacar auf Seixas und Evenepoel unterschiedliche Stärken trifft, macht „La Doyenne“ 2026 zu einem unberechenbaren Spektakel. Und wer weiß, vielleicht sehen wir in Paul Seixas ja den Aufstieg eines neuen Stars, der in den kommenden Jahren um die Tour de France mit um den Sieg kämpft. Ein Duell der beiden, Pogacar und Seixas, wäre eine Bereicherung für den Radsport.
