Pochettino zittert vor wm: usa versinken in atlanta im chaos

Die Mercedes-Benz Arena war voll, die Trommeln rissen, die Fans sangen – und dann kam das Debakel. Die US-Männer kassierten gegen Belgien eine 2:5-Klatsche, die nicht nur die Statistik verrückt spielt, sondern auch die WM-Vorbereitung von Trainer Mauricio Pochettino ins Wanken bringt.

Pulisic und co. laufen sich in belgiens falle

Christian Pulisic, vor Wochen noch der Hoffnungsträger nach vier Siegen in fünf Spielen, sah sich nach 18 Minuten einem 0:3 gegenüber. Die Red Devils schalteten nach Ballverlusten binnen zwei, drei Kontakten um – und trafen. Jedes Mal. Loïs Openda netzte doppelt, Kevin De Bruyne bediente wie ein Automat, und Leandro Trossard schob locker ein. Die US-Defensive wirkte wie ein Studententaxi um vier Uhr morgens: irgendwo, aber nicht da, wo man sie braucht.

Pochettino stellte auf Dreierkette um, schickte Malik Tillman links, Ricardo Pepi Mitte – nichts half. Die Expected Goals-Statistik zeigte 0,8 zu 3,4 nach 30 Minuten. Die Wahrheit: Die Amerikaner gewannen nur 38 Prozent der Zweikämpfe, eine Zahl, die selbst im College-Football als peinlich gilt.

Die zweite Halbzeit brachte kosmetische Korrekturen. Pulisic verwandelte einen Foulelfmeter, Giovanni Reyna schlenzte das 2:5 ins Netz – aber die Belgier hatten längst runtergeschaltet. Die US-Fans verließen spätestens beim fünften Gegentor blockweise die Arena, einige buhten ihre eigenen Spieler aus. Die Kamera fängt ein Schild auf: „2026 wird langsam zur Farce“.

Die schere zwischen pr und realität

Die schere zwischen pr und realität

Die U.S. Soccer Federation hatte diese Partie als „Meilenstein“ angekündigt, Sponsoren zahlten Premium-Preise für Logenplätze. Dann kam die Ernüchterung: Das Team, das in zwei Jahren gemeinsam mit Kanada und Mexiko die WM ausrichtet, wirkt taktisch blank. Pochettino sprach nach Abpfiff von „individualen Fehlern“ – doch das ist zu kurz gegriffen. Das System stottert, die Pressinglinie ist ein Flickenteppich, und die Sechser-Position wird seit Monaten improvisiert.

Die nächsten Gegner? Colombia und Brazil im Juni. Wer dann wieder sieht, wie Tyler Adams allein gegen drei Gegner sprintet, kann sich auf 2026 schon mal warm anziehen – es wird kalt werden, wenn keine Trendwende folgt.

Die Zahlen sind gnadenlos: Seit Pochettinos Amtsanfang kassierte die USMNT 17 Gegentore in 9 Spielen – so viele wie zuletzt 2013 unter Jürgen Klinsmann. Der Unterschied: 2013 war das Team jung, heute ist es teuer. Der durchschnittliche Marktwert der Startelf liegt bei 210 Millionen Euro. Für diesen Preis darf man erwarten, dass man nicht von Belgien, das selbst in Umbruch steckt, in Grund und Boden gespielt wird.

Fazit: Die euphorischen Videos vom Sieg gegen Mexiko sind passé. Atlanta war kein Ausrutscher, sondern eine Standortbestimmung – und die zeigt: Die USA sind WM-Gastgeber ohne Gastgeberqualitäten. Pochettino hat 90 Tage, um seine Idee in die Köpfe zu brennen, sonst wird 2026 zur Heim-WM ohne Heimvorteil.