Playoff-vorentscheidung: zug jagt davos, fribourg bekommt rapperswil
Die Nacht von Mittwoch hat die Post abgeholt. Mit dem 4:2-Sieg von SC Rapperswil-Jona Lakers in Bern ist das Viertelfinal-Puzzle der National League komplett – und es wartet eine Serie, die sich sehen lassen kann: EV Zug fordert den haushohen Favoriten HC Davos heraus, während Fribourg-Gottéron gegen die sensationellen Lakers antreten muss.
Davos vs. zug – das duell, das alle verlangen
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Davos gewann die Hauptrunde souverän mit 13 Punkten Vorsprung, wirft 3,4 Tore pro Spiel und besitzt mit Andres Ambühl und Enzo Corvi die effizienteste Offensive der Liga. Doch Zug hat sich gerade in der Qualification neu erfunden: Seit der Installation von Dan Tangnes kassierte die Defensive nur noch 1,8 Gegentore pro Partie, Leonardo Genoni zeigt Save-Quoten jenseits der 94 %. Ein Clash zweier Philosophien – Power gegen Präzision.
Die letzte Playoff-Begegnung der beiden Clubs liegt nur zwei Jahre zurück. Damals, 2023, schickte Zug Davos mit einem 4:1 im Viertelfinal nach Hause. In der Vaillant Arena gilt seit Jahren die Devise: Wer die erste Überraschung zulässt, verliert die Serie. Davos-Coach Christian Wohlwend wird seine Mannschaft auf Schlagdampf trimmen, während Tangnes mit der sogenannten „1-1-3-Falle“ arbeitet – enges Forechecking, sofortiger Rückzug. Die Frage ist nicht, ob Zug mithalten kann, sondern: Wie lange hält Davos dieses Tempo durch?

Rapperswil schreibt märchen weiter – fribourg vor unangenehmer wahrheit
Die Lakers haben Bern in nur fünf Spielen ausgeschaltet, unterstrichen durch Benjamin Baumgartners Überzahl-Treffer in der 57. Minute gestern Abend. Mit 24 Jahren ist er der jüngste Kapitän in der Playoff-Geschichte des Klubs, doch seine Reife wirkt erfahrener. Die Serie gegen Fribourg wird anders: Statt offener Schlagabtausch erwartet Sportchef Jan Výtisk ein „Klein-Klein“, wie er nach dem Spiel sagte. Fribourg besitzt mit Josh Jooris und Julien Sprunger zwei Powerplay-Kanonen, die zusammen 21 Überzahltore erzielten. Rapperswil kontert mit Tempo und einer dritten Angriffsreihe, die in der Qualification 40 % aller Tore markierte.
Die psychologische Lage: Fribourg ist seit fünf Jahren immer mindestens im Halbfinale, doch die letzten beiden Viertelfinals gegen Underdogs (2021 gegen Lausonne, 2022 gegen Biel) gingen über die volle Distanz. Trainer Mark French betonte gestern kurz: „Wir sind gewarnt.“ Eine Untertreibung – die Lakers haben nichts zu verlieren und deshalb alles zu gewinnen.

Der rest des viertelfinal-kastens
Genève-Servette trifft auf Lausanne, ein Stadtderby, das seit 2018 zum dritten Mal in den Playoffs steigt. Die ZSC Lions erwarten Lugano, die letzte Saison noch das Final-Ticket lösten, nun aber als Außenseiter antreten. Beide Serien beginnen am Freitag, während Davos und Zug erst am Samstag aufs Eis gehen – die Liga gibt dem haushohen Favoraten 24 Stunden mehr Regeneration, ein Detail, das in den sozialen Medien bereits hitzig diskutiert wird.
Die Playoffs sind keine Saison-Verlängerung mehr, sie sind ein eigenes Turnier. Wer jetzt zögert, fliegt raus. Wer träumt, gewinnt. In zehn Tagen wissen wir, ob Davos seine Titelmission fortsetzt oder ob Zug das nächste Kapitel seiner Erfolgsstory schreibt. Eines ist klar: Die Liga hat ihre Killer-Serie bekommen – und wir unsere Unterhaltung garantiert.
