Biel lässt talente spielen – ajoie lässt sie sitzen: das u-20-ranking der nl

1637 Minuten für die Jüngsten, null Minuten für dieselbe Altersgruppe – die Schere klafft in der National League so weit auseinander wie selten. Der EHC Biel-Bienne setzt auf Nachwuchs, der HC Ajoie setzt ihn auf die Tribüne.

Die spitze: biel, zug und freiburg

Niklas Blessing stand fast elf komplette Spiele auf dem Eis, bevor andere U-20-Spieler überhaupt das erste Mal schnüren durften. Mit 670 Minuten ist der Biel-Stürmer der meistgespielte Juniorennationalspieler der Saison. Dicht dahinter: EV Zug mit neun verschiedenen Talenten, die sich auf 817 Minuten summieren. Freiburg-Gottéron mischt mit 760 Minuten vor allem dank Ludvig Johnson mit, der allein 550 Minuten verbuchte – und damit mehr Eiszeit kassiert hat als drei ganze Teams zusammen.

Die Zahl lautet: 1.637 zu 0. Biel gegen Ajoie. Wer jetzt denkt, das sei nur ein statistisches Spiel, irrt. Dahinter steckt eine Philosophiefrage: Entwickeln oder einsetzen? Ajoie-Coach Greg Ireland hat sich für Letzteres entschieden – und zwar konsequent. Kein einziger 2006er oder Jüngerer durfte ran, weil der Klub seine U-21 nicht in der höchsten Juniorenliga spielen lässt. Keine Erfahrung, kein Einsatz, kein Fortschritt.

Mittelfeld mit leuchttürmen

Mittelfeld mit leuchttürmen

Genf hat Simas Ignatavicius zum Dauerbrenner gemacht: 52 Spiele, sieben Tore, sechs Assists – und das als 2007er. Die Scouts aus Nordamerika haben ihn längst auf dem Zettel. In Lausanne schöpft man dagegen Breite: fünf U-20-Stürmer, darunter Basile Sansonnens mit 44 Einsätzen. Selbst der amtierende Meister Zürich büßt 100 Minuten ein im Vergleich zum Vorjahr, doch Daniil Ustinkov bringt es trotzdem auf 17 Spiele – seine vierte NL-Saison, noch immer ohne Scorerpunkt. Manch Talent braucht Zeit, manchem wird sie nicht gegeben.

Das fazit

Das fazit

Wer sich fragt, warum Biel in den Play-ins scheiterte, aber trotzdem strahlt: Hier wächst der Kader von morgen. Wer sich fragt, warum Ajoie überlebt, aber nicht gedeiht: Die Antwort steht in der Statistik. Eiszeit ist Vertrauen, und Vertrauen ist das teuerste Gut im Nachwuchsgeschäft. Die Frage ist nicht, wer die Meisterschaft gewinnt – sondern wer in fünf Jahren noch mitspielt.