Plauen jagt die spitze: vfc fegt freital und stahnsdorf vom feld
Der VFC Plauen dreht auf, und wie. Am Osterwochenende schickte der Regionalliga-Absteiger erst Spitzenreiter SC Freital (1:0) und dann Tabellenführer RSV Eintracht Stahnsdorf (2:1) nach Hause – beide ohne Punkte. Die Vogtländer sind seit elf Partien ungeschlagen, haben fünf Siege in Serie und plötzlich riecht es nach Aufstieg.
Norman zschach bleibt trotz höhenflug auf dem teppich
Norman Zschach, seit Januar Chefcoach, will nichts von Euphorie wissen. „Wir haben drei Auswärtsspiele in sieben Tagen“, sagt der 37-Jährige und deutet auf die nächste Woche in Glauchau, Bautzen und Grimma. „Wer jetzt träumt, verliert in Glauchau.“ Seine Devise: „110 Prozent pro Spiel, dann schauen wir, was die anderen machen.“
Die Zahlen sprechen trotzdem für sich: Unter Zschach holte Plauen 16 Punkte aus sechs Spielen – mehr als jede andere Mannschaft in der Rückrunde. Der VFC kletterte auf Rang vier, hat aber zwei, teils drei Partien weniger absolviert als die Konkurrenz. Der Rückstand auf Spitzenreiter Stahnsdorf beträgt theoretisch nur vier Punkte.

Tyron profis trifft, die abwehr steht
Angreifer Tyron Profis verwandelte gegen Freital und Stahnsdorf jeweils einen Elfmeter und ist mit zehn Treffern treffsicherster Plauener. Dahinter sichert eine umgestellte Dreierkette das Zentrum. „Wir haben die Kontersituationen reduziert“, erklärt Zschach. Die Lösung: 3-5-2 statt Viererkette, mehr Ballbesitz, weniger Risiko. Die Bilanz: vier Gegentore in den letzten fünf Liga-Spielen.
Der neue Mannschaftsgeist hilft. In der Winterpause setzte der Coach auf Mannschaftsabende und Spielformen mit Spaßfaktor. „Den Jungs klarzumachen, dass Talent allein nicht reicht, war wichtig“, sagt Zschach. „Jetzt arbeiten sie füreinander.“

Der restprogramm gibt rätsel auf
Plauen gastiert in Glauchau (Sonntag), Bautzen (Mittwoch) und Grimma (Samstag). Alle drei Gegner kämpfen gegen den Abstieg, werden alles reinhauen. „Das ist kein Zufall“, warnt Zschach. „Die wollen uns die Beine wegreißen.“ Gewinnt der VFC diese Woche, rückt die Spitze in Reichweite. Verliert er, ist die Aufholjagd vorbei.
Für den Traditionsclub, der einst noch gegen Bayer Uerdingen oder Carl Zeiss Jena in der zweiten Liga spielte, wäre der Wiederaufstieg nach fünf Jahren Regionalliga-Absenz ein Jahrhundertcoup. Die Fans spüren es, die Stadt spürt es. Aber der Trainer bleibt hart: „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“
Die nächsten sieben Tage entscheiden, ob aus dem Traum Realität wird. Der VFC hat den Jäger-Modus aktiviert – und die Kanone bereits geladen.
