Pizarro schiebt roma den rucken zu: „vierter platz? absolut drin!“

David Pizarro spricht, und das Olympico scheint kurz innezuhalten. „Roma kann Vierter werden, keine Frage“, sagt der Ex-Regisseur im Gespräch mit Il Tempo. Die Worte klingen wie ein Gegenschlag nach dem Europa-League-K.o. gegen Bologna, der die Giallorossi vor zwei Wochen aus dem Rhythmus warf.

Der erschütternde serienbruch und das mentale loch

„Wir haben einfach nicht erwartet, dass Bologna so auftrumpft“, gibt Pizarro offen zu. In der Liga spielt der Gegner biederen Mittelfeld-Fußball, in der Coppa entlarvte er Romas Achillessehne: mangelnde Chancenverwertung und ein Selbstvertrauen, das nach dem verpassten Sieg gegen Juve endgültig zerbröselte. „Der Kopf zählt mehr als die Wade“, sagt der Chilene und meint damit die Psychologie, die zwischen Platz eins und acht entscheidet.

Was genau in den vergangenen 20 Tagen passierte, mag er nicht ausplaudern. „Unerwartete Situationen“, wiederholt er nur, kneift die Augen zusammen. Man ahnt: interne Querelen, vielleicht ein Eingriff der Bosse, vielleicht auch nur die quälende Erkenntnis, dass die Saisonplanung Frühjahr 2026 erneut ins Wanken gerät.

Gasperini als lotse durch stürmische see

Gasperini als lotse durch stürmische see

Trotzdem mahnt Pizarri Haltung: „Wir haben einen großartigen Trainer, den müssen wir festhalten.“ Der Wechsel von Gian Piero Gasperini von Bergamo nach Rom sei kein Projekt für sechs Monate, sondern eine Kulturreform. Bergamo war Provinz, Rom ist ein Fischbecken aus Medien, Politik und Legenden. Gasperini lernt gerade, dass jedes Interview hier ein Tribunal ist.

Die Länderspielpause kommt wie ein Sechser im Lotto. „Die Jungs müssen weg vom Rumoren der Curva, hin zur Ruhe“, sagt Pizarro. Eine Woche ohne Pfiff, eine Woche ohne Shitstorm auf Instagram. Danach geht’s nach Cagliari. Dort muss Roma gewinnen, sonst wird die Champions-League-Melodie leiser.

Die Rechnung ist simpel: Sieben Spiele, zwölf Punkte Rückstand auf Platz vier, dafür ein Spiel wenig. „Ein Sieg gegen Cagliari, und alles steht wieder“, schwört Pizarro. Er selbst erlebte 2010, wie ausgerechnet ein knapper 1:0-Sieg in Brescia die Saison aufwog. Mentalität lässt sich nicht kaufen, sie muss erneuert werden wie ein Muskel.

Am Rande des Raduno Indoor von Operazione Nostalgia im Palazzo degli Uffici klingt der 43-Jährige wie ein Mann, der weiß, dass Erinnerung allein keine Punkte bringt. „Die Fans sind das Beste Italiens, aber sie hungern nach Euphorie.“ Wenn Roma nicht bald liefert, wird das Hungern zur Wut. Die Uhr tickt – und Pizarro tickt mit.