Davos dreht 0:2 in 180 sekunden: lemieux und frehner schocken ev zug
Die Bündner haben sich ein Herz aus Stahl geschmiedet. Noch 180 Sekunden vor Spielende lag Davos 0:2 gegen den EV Zug – dann explodierte die Vaillant Arena. Marc-André Lemieux und Luca Frehner schraubten die Scheibe zweimal ins Netz, und die Anzeigetafel zeigte plötzlich 4:3. Die Serie ist noch jung, das Psychogramm der Gegner schon verrissen.
Drei tore in 65 sekunden: der plan von der „sau“-klinge
Trainer Niklas Sundblad hatte vor dem Face-off gewarnt: „Wenn wir einmal glauben, die Serie ist gelaufen, kriegt man die Schnauze voll.“ Sein Team schien das erst spät zu verstehen. Denn nach 40 Minuten war nichts vom Powerplay übrig, mit dem Davos die Qualifikation dominiert hatte. Zug dagegen agierte wie am Fließband: Künzle nutzte ein loses Schleifstück vor dem Tor, Bengtsson schloss einen Konter ab – 0:2, alles klar für den Favoriten.
Doch Eishockey ist ein Spiel mit zwei Gesichtern. Im Schlussdrittel wechselte Davos die Formation, stellte auf eine Doppel-Shift-Linie um und spielte mit drei Stürmern in Überzahl. Der Effekt war sofort sichtbar: Ryfors traf aus dem Gewühl, Sekunden später verwertete Herzog den Abpraller – 2:3. Die Uhr tickte, die Spannung stieg. Dann kam die 54. Minute: Fora schlenzt die Scheibe von der blauen Linie, Lemieux stellt sich vor den Slot und lenkt ein. 3:3. Die Arena bebt, und selbst die Zuger Bank schaut plötzlich müde aus.

Frehner trifft, fribourg fliegt raus
Während in Davos die Luft knisterte, erlebte Fribourn-Gottéron 250 Kilometer weiter westlich einen Kälteschock. Die BCF Arena war restlos ausverkauft, die Gäste aus dem Tessin aber kühl wie ein Bündner Gletschersee. Wetter eröffnete den Torreigen, Zangger traf in Unterzahl, und als Strömwall das 0:4 erzielte, schwiegen 6300 Kehlen. Rathgebs spätes Ehrentor war nur noch Make-up auf einem blutunterlaufenen Auge.
Die Statistik lügt selten: Fribourg schoss 38 Mal aufs Tor, vergab einen Penalty und kassierte trotzdem eine Niederlage, die in den Playoffs wehtut. Trainer Miska Eriksson sprach von „fehlender Killer-Instinkt“, doch das Problem ist tiefer. Die Lakers lauern auf Konter, Fribourg spielt Theater – und verliert die Serie bereits nach 60 Minuten mit 0:1.
Für Davos heißt es: eine Runde Sauerstoff, dann geht’s nach Zug, wo der EVZ die Revanche plant. Für Zug heißt es: die Schockstarre wegschütteln, sonst wird das 0:2 zur kleinen Sensation. Und für uns Zuschauer heißt es: Schnallt die Helme enger, diese Playoffs sind erst drei Tage alt und schon jetzt brenzliger als ein Bohrgestänge in 3000 Metern Tiefe.
