Pistons schreiben playoff-geschichte: zweimal hintereinander dabei, diesmal ohne cunningham
Die Detroit Pistons haben die NBA-Playoffs wieder im Griff. Nach 115:101 gegen die Golden State Warriors stehen sie als erstes Team der Eastern Conference fest im Rennen um den Titel – und das ohne ihren Superstar Cade Cunningham, der an einem kollabierten Lungenflügel laboriert.
Ein sieg, der mehr bedeutet als nur zwei punkte
Jaden Duren riss die Arme hoch, die Little Caesars Arena explodierte. 23 Punkte, 12 Rebounds, eine Dominanz im Paint, die selbst die Warriors-Defense ratlos zurückließ. „Wir haben bewiesen, dass wir nicht von einem einzelnen Spieler abhängen“, sagte der 20-Jährige nach dem Spiel. „Dieses Team ist eine Maschine, und jeder von uns ist ein Zahnrad.“
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Detroit erzielte 48 Prozent aus dem Feld, gewann das Rebounding-Duell 54:38 und limitierte Stephen Curry auf 4/14 aus der Distanz. Es ist der zweite Playoff-Einzug in Serie – seit 2009 gelang das nur viermal, und nie schafften die Pistons den Sprung über die erste Runde. Diesmal wittern sie mehr.

Im osten wird es eng, im westen herrschen die bekannten
Während die Pistons feiern, schwitzt die Konkurrenz. Die New York Knicks entkommen den Brooklyn Nets mit 93:92, Ariel Hukporti fehlt weiterhin verletzt, doch Julius Randles Fade-away in letzter Sekunde rettet den dritten Platz. Die Atlanta Hawks dagegen kassieren bei den Houston Rockets eine 95:127-Klatsche – nach elf Siegen in Serie ein Dämpfer, der Orlando Magic Hoffnung macht. Franz und Moritz Wagner sowie Tristan da Silva schielen auf Rang sechs, nur ein halbes Spiel trennt die Rivalen.
Im Westen hingegen bahnt sich ein Déjà-vu an. Titelverteidiger Oklahoma City Thunder mit Isaiah Hartenstein und die San Antonio Spurs haben ihr Ticket bereits gelöst. Die Spurs um Victor Wembanyama wirken frisch, die Thunder erfahren. Hartenstein liefert 11,8 Punkte und 8,4 Rebounds pro Partie – solide, aber noch ausbaufähig für die Postseason.

Detroits neue dna: tiefe statt einzelakt
Was dieses Pistons-Team ausmacht, ist die Balance. Fünf Spieler mit zweistelligem Scoring gegen Golden State, 28 Assists bei nur neun Ballverlusten. Cunningham fehlt seit drei Wochen, doch statt zu jammern, füllen Jalen Ivey und Ausar Thompson die Lücken. Trainer Monty Williams verlangt Verteidigung, und seine Mannschaft liefert: 108,4 Defensive Rating seit dem All-Star-Break – Platz drei in der Liga.
Die Fans in Michigan spüren: Das ist nicht mehr das verlorene Team der letzten Dekade. Es ist eine Fraktion, die gelernt hat, dass Playoff-Basketball keine Heldensaga ist, sondern ein 48-minütiger Kampf um jede Facetten. Und sie haben vor, diesen Kampf weiter zu führen – bis in den Mai, vielleicht sogar Juni.
Die Pistons sind zurück. Und diesmal meinen sie es ernst.
