Pérez feiert 42-punkte-marke: „das ist eine großartige saison“

Iñigo Pérez trat nach dem Schlusspfiff mit dem Gang eines Mannes an die Mikrofone, der endlich durchatmen darf. 42 Punkte, Platz neun, zwei Spieltage vor Saisonende – Rayo Vallecano hat den Klassenerhalt so gut wie sicher gemacht, und das mit einem 2:0-Sieg beim feared Getafe, dem Stadtrivalen, der seit Wochen die Aufstiegsplätze anvisiert.

„Wir haben heute ein komplettes spiel abgeliefert“

Der 37-jährige Baskische Trainer ließ keine Sekunde lang Zweifel aufkommen, wem er den Erfolg zuschreibt: „Die Spieler sind die Architekten dieses Projekts. Ich bin nur der Typ, der die Taktik aufs Papier bringt.“ Dabei war es genau diese Taktik, die Getafe in den ersten 45 Minuten entzauberte. Rayo presste früher, verschob schneller und nutzte die Räume, die Getafe normalerweise selbst aufreißt. „Wir haben die Dinge kopiert, die Getafe gut macht, und sie dann in der Transition verletzt“, sagt Pérez und schmunzelt. „Nicht jeder schafft das hier im Coliseum.“

Die Rotation, die er zuletzt heftig kritisiert bekam, ging auf. Raúl de Tomás saß zunächst nur auf der Bank, Pathé Ciss rückt ins defensive Mittelfeld, Alvaro Garcia darf links die Linie hoch und runter rennen – alle drei stehen am Ende in den Top-Statistiken für angekommene Pässe und gewonnene Zweikämpfe. „Ich verteidige diese Idee nicht, weil sie schön aussieht auf der Tafel, sondern weil ich sie fühle“, betont Pérez. „Wenn ich eine so breite Kader habe, muss ich sie auch nutzen. Sonst ist das ein Verschenken von Talent.“

Die zahl 42 hat einen magischen klang

Die zahl 42 hat einen magischen klang

In LaLiga bedeutet sie seit Jahren: so gut wie gerettet. Rayo hat sie vorzeitig erreicht – und das, obwohl die Mannschaft vor zwei Jahren noch mit dem Rücken zur Wand stand, als Pérez übernahm. „Wenn ich daran denke, wo wir herkommen, bekomme ich Gänsehaut“, sagt er und seine Stimme bricht für eine Sekunde. „Die Jungs machen mir alles leicht. Das ist kein Spruch, das ist pure Realität.“

Die Tabelle spricht eine klare Sprache: Rayo kann am Donnerstag mit einem Remis gegen Celta Vigo den 42-Punkte-Rekendurchschnitt endgültig unterschreiben. Für Pérez ist das keine Nebensache. „Jeder Punkt, den wir jetzt noch holen, ist ein Exclamationszeichen hinter dieser Saison.“ Und dann fügt er mit einem Grinsen hinzu: „Außerdem wollen wir den Getafe-Fans nicht den letzten Lacher gönnen – die haben heute genug gesehen.“

Die Nacht gehört Rayo, die Saison gehört Pérez – und die Zukunft? Die sieht plötzlich ziemlich gerade aus im Vallecano-Tunnel.