Pepsico setzt auf frauenfußball: mehr als nur ein marketing-trick?

Oslo bebte Fußball – und PepsiCo feierte mit. Die Champions-League-Finalpartie zwischen Barcelona und Lyon war nicht nur ein sportliches Spektakel, sondern auch ein eindrucksvolles Statement des Getränke- und Snackriesen. Überall in der norwegischen Hauptstadt prangerten die Logos von Pepsi, Lays, Gatorade und Doritos, ein deutliches Zeichen für das Engagement des Unternehmens im Frauenfußball.

Ein langfristiges bekenntnis, lange bevor der hype begann

Ein langfristiges bekenntnis, lange bevor der hype begann

„Wir setzen auf Frauenfußball schon lange, bevor das aktuelle Wachstum überhaupt begann“, erklärt Jane Wakely, Head of Consumer und Marketing bei PepsiCo, gegenüber MARCA. Norwegen, ein Land, in dem Pepsi Max einen beispiellosen 'per capita'-Konsum genießt – ein Fakt, der, wie Wakely betont, „einfach verrückt“ ist – bildet dabei einen strategisch wichtigen Markt.

Doch es geht PepsiCo um mehr als nur die schiere Anzahl der Zuschauer. „Wir erreichen täglich Milliarden von Menschen mit unseren Produkten“, so Wakely. „Um unser Geschäft auszubauen, müssen wir eine breite Zielgruppe ansprechen und mit ihren Leidenschaften verbinden – dort, wo die Emotionen und die Aufmerksamkeit maximal sind.“ Die Champions League im Frauenfußball bietet hierfür eine ideale Plattform.

Ein 'Win-Win'-Szenario, das sich auszahlt

PepsiCo sieht sich selbst als die Marke, die am stärksten mit dem Frauenfußball assoziiert wird – ein „magischer“ Zustand, wie Wakely es nennt. „Es ist für ein Getränkeunternehmen äußerst schwierig, eine solche Position gegenüber Sportmarken zu erreichen.“ Die Entwicklung ist bemerkenswert: Während früher vor allem die männliche Finalpartie im Mittelpunkt stand, sehen wir nun, dass auch Geschäftsführer, Partner und Mitarbeiter in Scharen die Frauenfinales besuchen – ein Umstand, den PepsiCo bewusst vorangetrieben hat.

„Als ich bei PepsiCo anfing, fiel mir auf, dass fast jeder die Männerfinals besuchte, während die Frauenfinals kaum Beachtung fanden. Angesichts des sportlichen Niveaus und der Leistungen der Athletinnen war mir das schleierhaft“, so Wakely ehrlich. Die Initiative 'Game Changers', die in Oslo im Rahmen der Champions-League-Finals präsent war, trug maßgeblich dazu bei, diese Diskrepanz zu überwinden. Durch gezielte Aktionen und Social-Media-Kampagnen, die eine potenzielle Reichweite von Milliarden Menschen haben, demonstrierte PepsiCo eine unmissverständliche Unterstützung.

Die Zahlen sprechen für sich: Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zuschauerzahl bei der Champions-League-Finalpartie der Frauen um satte 164 Prozent. „Das muss der am schnellsten wachsende Sport der Welt sein“, jubelt Wakely.

Mehr als nur Fußball: Die Vision einer Frau in der Formel 1

PepsiCo setzt seine Ambitionen im Sport weiter fort. „Wir wollen eine Frau in der Formel 1“, verkündet Wakely mit Nachdruck. Gemeinsam mit Susie Wolff unterstützt das Unternehmen die F1 Academy und fördert talentierte Fahrerinnen wie Lisa Billard, um ihnen die Möglichkeit zu geben, im schnellen Motorsport Fuß zu fassen. In der Formel 1 selbst sind derzeit ausschließlich männliche Fahrer vertreten – eine Situation, die PepsiCo aktiv verändern will. Die Investition in die F1 Academy ist dabei mehr als nur Sponsoring; es ist eine klare Vision und ein Bekenntnis zur Förderung von Frauen im Motorsport.

Die Partnerschaft mit dem Frauenfußball und die Unterstützung von Susie Wolff in der F1 Academy sind für PepsiCo kein kurzfristiger Trend, sondern ein strategischer Weg, um langfristig mit den Werten einer neuen Generation von Sportfans in Resonanz zu treten. Und die Zahlen beweisen: Es funktioniert.