Leipzig feiert bundesliga-rückkehr nach neun jahren trennung
Nach neun dunklen Jahren ist der HC Leipzig zurück in der Handball-Bundesliga. Der 37:24-Kantersieg gegen Mainz 05 war kein Spiel, sondern eine Demonstration. Eine Mannschaft, die ihre Geschichte neu schreibt. 7.000 Zuschauer im Arena Leipzig tobten, als die Schlusssirene ertönte. Neun Jahre nach der Insolvenz. Neun Jahre nach dem Absturz in die dritte Liga. Jetzt sind die Töpferinnen wieder oben.
Das spiel, das alles klärte
Die ersten zehn Minuten versprachen Spannung. Mainz führte 5:4. Doch dann kam der Moment, den jeder in Leipzig erwartet hatte. Pauline Uhlmann traf zum 10:8. Das Publikum explodierte. Was folgte, war ein 4:0-Lauf bis zur Pause. 21:14. Die Partie war gelaufen. Nach dem Seitenwechsel zeigte Leipzig keine Gnade. Drei Minuten später stand es 25:15. Zehn Tore Vorsprung. Die Mainzerinnen wirkten wie gelähmt. Uhlmann wurde mit sieben Treffern zur besten Werferin des Abends.
Lena Feiniler versuchte für Mainz zu kämpfen, aber ihr 18. Lebensjahr war gegen Leipzigs Erfahrung keine Waffe. Die Sachsen spielten, als wollten sie alle neun Jahre in 60 Minuten wettmachen. Jeder Pass saß. Jeder Wurf hatte Ziel. Die Statistik spricht Bände: 65 Prozent Wurferfolg. 14 Ballgewinne. Nur fünf technische Fehler.

Was dieser aufstieg wirklich bedeutet
Für Leipzig ist dies mehr als Sport. Der Verein war 2017 fast verschwunden. Insolvenz. Zwangsabstieg. Die Traditionsmannschaft mit sechs Meistertiteln und sieben Pokalsiegen war Geschichte. Doch hier stehen sie wieder. Lara Tauchmann, 28 Jahre alt und Kind der eigenen Jugend, weinte nach dem Spiel: "Wir haben es geschafft. Ich habe es geschafft. Alle, die nie aufgegeben haben."
Die wirtschaftlichen Zahlen sind brutal. Der Etat wird sich von 800.000 auf 2,3 Millionen Euro verdreifachen. Neue Sponsoren stehen Schlange. Die Merchandising-Verkäufe explodierten bereits in den ersten Stunden nach dem Spiel. Die Arena Leipzig wird nächste Saison jedes Heimspiel ausverkauft sein. Das weiß auch Geschäftsführer Michael Möller: "Wir sind zurück, aber wir sind nicht mehr dieselben. Diese neun Jahre haben uns härter gemacht."
Der Weg war steinig. Von der 3. Liga zurück in die 2. Bundesliga. Dann zwei Jahre Kämpfen um den Aufstieg. Jetzt die Erlösung. Die erste Bundesliga-Saison wird hart. Doch Leipzig hat bewiesen: Fallen kann man sie, aber sie stehen immer wieder auf. Die Töpferinnen sind zurück. Und diesmal bleiben sie.
