Pep zerbricht am königlichen doppelpack – citys jahrhundertprojekt endet mit silvas rot

3:0, 2:1, aus. Real Madrid schickt Manchester City vorzeitig in den Feierabend und lässt Pep Guardiola erneut in jener Nacht ertrinken, die er seit 2012 immer wieder neu erfinden wollte. Valverde und Vinícius bilden den spanischen Viererkette-Turbo, Bernardo Silvas Platzverweis nach 20 Minuten den Cut im Film, der kein Happy End mehr erlaubt.

Guardiolas albtraum hat ein namen: vinícius

Die spanische Zeitung AS titelt schonungslos: „Es gibt K.o.-Spiele, bei denen man besser zu Hause bleibt.“ Guardiola stand in Madrid kurz vor dem 0:3-Poker, in Manchester vor der Aufgabe, drei Tore und ein ganzes Stadion zu versiegeln. Dann streckt Thibaut Courtois den Arm, Silvas Rot folgt, und Vinícius schießt zweimal – einmal vom Punkt, einmal in der Nachspielzeit – die Sky Blues in die Tiefe. Die Statistik lügt nicht: seit 2011 scheidet kein englischer Klub häufiger vor dem Viertelfinale aus als City, wenn der Gegner Real heißt.

Die englische Daily Mail sieht das Ende einer Ära: „Jeder wusste es. Selbst Guardiola.“ Die Rede ist vom „großen Abenteuer“, das mit dem 1:2 im Rückspiel vorzeitig abbricht. Dabei hatte City angefangen wie entfesselt: Haaland köpft zum 1:1, das Etihad Stadium wackelt, doch Silvas vermeintliches Einsteigen gegen Camavinga wird per VAR aufgerollt – Rot. Die Partie kippt, das Tempo bricht weg, Real zieht die Handbremse und kontert die Seele aus dem Zweikampf.

Die zahlen, die wehtun

Die zahlen, die wehtun

Guardiola verliert zum vierten Mal in seiner Karriere ein Champions-League-Achtelfinale – zweimal gegen Real. Die Bilanz seit 2016: fünf Duelle, drei Niederlagen, ein Torverhältnis von 6:12. Vinícius traf in den letzten vier Partien gegen City fünfmal; kein anderer Akteur schafft das in der Ära des Video-Beweises. Und die Ro-Karte? Silvas erste im Profifußball, aber genau in der 20. Minute, als City 63 Prozent Ballbesitz hatte und fünf Torschüsse mehr als Real. Kurz: der Moment, in dem Statistiken Makulatur werden.

Die spanische Marca spart nicht mit Pathos: „Vinícius bringt Guardiolas City zum Schweigen.“ Die Stimme im Stadion erstickt, die Stimme der Analysten auch. Denn der nächste Gegner von Real heißt jetzt Bayern – und damit droht dem Katalanen dieselbe Endstation wie einst Sir Alex Ferguson im März 2013: Achtelfinale gegen Madrid, 1:2, danach war Schluss mit Europacup-Träumen. Ferguson ging in den Ruhestand, Guardiola bleibt, muss aber erklären, warum ein Milliardenkader an derselben Stelle erneut stolpert.

Citys Saison ist damit nicht zu Ende, die Messe aber längst abgebaut. Die Königsklasse verliert ihren Titelverteidiger, Real gewinnt die nächste Großmannschaft für das Viertelfinale. Pep wird wieder von der „besten Liga der Welt“ sprechen, von kleinen Details und großen Chancen. Doch die Wahrheit steht in den Protokollen: 0:3, 1:2, Rot, Aus. Und Vinícius? Der Brasilianer feiert bereits den nächsten Rekord: mit sieben Toren in vier Spielen gegen City avanciert er zum Angstgegner des Etihad. Kein anderer hat mehr Treffer gegen Guardiola erzielt – und das, obwohl er erst 23 Jahre alt ist.