Pedro martínez packt aus: warum valencia lieber 104:102 als 61:60 gewinnt
Valencia spielt nicht nur Basketball – Valencia spielt ein Statement. Trainer Pedro Martínez hat im Podcast Euroleague&Friends: Made in Spain erklärt, warum sein Klub bewusst auf Superstars verzichtet und trotzdem oben mitmischt.
Die philosophie hinter dem erfolg
„Ich habe Juan Roig gesagt: Wenn wir Madrid oder Barça 61:60 schlagen, sollen wir lieber 104:102 gewinnen“, zitiert Martínez sich selbst. Die Botschaft: Spektakel statt Zerstörung. Das Ergebnis ist ein Team, das in der Liga sowohl bei Zuschauern als auch bei Gegnern beliebt ist. „Wir haben nichts erfunden, wir haben nur ein paar Schwerpunkte verschoben“, so der Coach bescheiden.
Der 58-Jährige baute die Roster stets nach Bedarf statt nach Namen. Das klingt nach Budget-Sanity, ist aber ein Basketball-Kredo. Marc Gasol, einst unter Martínez in Girona, erinnert sich: „Manchmal bat er die Schiedsrichter, gar nicht zu pfeifen – damit das Training härter wird.“ Gasol war damals schon ein „Crack“, wie Martínez lachend einräumt, „super-kompetitiv, eine Wucht“.

Warum die top-clubs nicht kamen
Überraschend: Angebote von Real Madrid, Barça oder anderen EuroLeague-Giganten gabe es nie. „Nein, wirklich nicht“, sagt er ohne Mitleid. Stattdessen fand er in Valencia Stabilität und Vertrauen. „Die Chance, mich weiterzuentwickeln, bekam ich hier.“ Dabei wechselte er im Laufe seiner Karriere oft – Manresa, Gran Canaria, Baskonia. „Wir sind Söldner, klar. Aber ich war nie irgendwo mit dem Gefühl: Hier sollte ich nicht sein.“
Die Nächste-Herrschaft-Denke überläst er anderen. „Man sollte sich nicht zu sehr auf das einlassen, was man schon erreicht hat“, warnt er. Für Martímenz zählt nur das nächste Spiel, der nächste Pass, die nächste 104:102-Offensive. Und wenn der Ball dann wieder rollt, will Valencia nicht nur punkten – Valencia will unterhalten. Genau das macht den Klub so unangenehm wie attraktiv.
