Pavlovic ballert milan mit vier treffern aus der deckung – serie a staunt
Strahinja Pavlovic trifft, während die Sturmriege stolpert. Der serbische Innenverteidiger erzielte beim 3:1 gegen Turin bereits seinen vierten Saisontreffer und ist damit Fünftbester des AC Milan – ein Wert, der die Offensivabteilung alt aussehen lässt.

Die zahlen schreien: nur 40 % der tore stammen von stürmern
Von 20 Treffern nach 28 Spieltagen schossen Leao, Morata & Co. gerade einmal acht. Die restlichen zwölf gaben Rabiot, Fofana und eben Pavlovic aus der zweiten Reihe mit. Gegen Turin schnürte der 24-Jährige den erstplatzierten Frosch und zielte mit dem halbvolley linken Schlappen ins lange Eck – ein Schuss, wie er in Milans Trainingsmanual unter „Kann weggelassen werden“ steht.
Trainer Allegri nutzt ihn als liberes Zentrum, das in Ballbesitz bis in die gegnerische Zone vordringt. Die Mechanik: Rechts- oder Linksverteidiger rücken automatisch nach, sobald Pavlovic den Sprint beginnt. Das entstand nicht aus Luxus, sondern aus der Not, dass die nominellen Torjäger seit Wochen weder Raum noch Timing finden. Das Ergebnis: drei Siegtore des Serben – gegen Roma, Cremonese und Turin –, die Milan derzeit auf Champions-League-Kurs halten.
Der Abwehrmann dribbelt, leitet im kurzen Passspiel und schlägt Bälle diagonal in den Lauf der Außen. Dennoch bleibt er Defensiv-Projekt: In der Viererkette wackelt er beim Gegenpressing mit Ball, entschärft Situationen durch Athletik statt Antizipation. Die Kurve zeigt aber nach oben, weil er Fehler sofort mit Bodychecks und Kopfbällen korrigiert.
Geht der Sturm endlich auf Touren, wäre Milan plötzlich mit einem Innenverteidiger als Extratorjäger gesegnet – ein Luxusproblem, das Allegri gern hätte. Sollte der Sturm aber weiter stottern, besitzt der Serbe bereits genug Selbstvertrauen, um Spiele mit Gewalt zu öffnen. Die Devise lautet: Erst schießen, dann fragen. Und genau das macht dieser Milan gerade wieder spannend.
