Paulo fonseca und der krieg in der ukraine: ein trainer zwischen schmerz und politischer mahnung

Vier jahre krieg – eine tiefe verbundenheit

Vier Jahre sind seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine vergangen. Für Paulo Fonseca, Trainer von Olympique Lyon und ehemaliger Coach von Schachtar Donezk, sind diese Jahre von Frustration und Leid geprägt. Seine Verbindung zur Ukraine ist tiefgreifend, nicht nur durch seine Zeit in Donezk (2016-2019), sondern auch durch seine Frau, die aus einer Stadt nahe der russischen Grenze stammt.

Erinnerungen an den beginn des krieges

Erinnerungen an den beginn des krieges

In einem Interview mit der französischen Sportzeitung L’Équipe erinnert sich Fonseca an die schrecklichen Tage des russischen Einmarsches. Er befand sich zu diesem Zeitpunkt mit Roberto De Zerbi in einem Bunker in Kiew. „Ich werde den Lärm der Bomben nie vergessen“, so Fonseca. Die Familie des Trainers lebt mittlerweile in Portugal, doch seine Frau sehnt sich nach einem friedlichen Zuhause in der Ukraine.

Die eskalation der angriffe und die rolle trumps

Die eskalation der angriffe und die rolle trumps

Fonseca äußert sich besorgt über die zunehmende Intensität der russischen Angriffe. Er sieht in Donald Trump einen entscheidenden Faktor für die Verschärfung der Lage. „Die Dinge wurden schlimmer, seit Trump die Ukraine und Europa geschwächt hat“, kritisiert er. Er wünscht sich mehr Führungspersönlichkeiten wie Emmanuel Macron, der sich seiner Meinung nach nie gescheut hat, Russland offen zu kritisieren.

Ruf nach einem boykott der weltmeisterschaft?

Ruf nach einem boykott der weltmeisterschaft?

Fonseca stellt sogar die Frage, ob ein Boykott der Weltmeisterschaft in Nordamerika in Erwägung gezogen werden sollte. Er bemängelt Trumps Politik, die seiner Ansicht nach darauf abzielte, die Interessen der Schwachen zu ignorieren und nur wirtschaftliche Vorteile zu verfolgen. Ob Fußball ein geeignetes Mittel der Protestierung sei, ließe sich diskutieren, aber die Möglichkeit einer russischen Teilnahme an europäischen Wettbewerben sei für ihn inakzeptabel.

Die flucht aus kiew – eine traumatische erfahrung

Fonseca schildert die dramatische Flucht aus Kiew. Ihr Apartment im obersten Stockwerk war in der Nähe des Flughafens. „Um 5 Uhr morgens hörte ich den Lärm der Bomben. Der Verkehr war blockiert, weil alle versuchten zu fliehen.“ Er wurde von einem Freund von Schachtar zu einem Hotel mit einem Bunker eingeladen, wo er mit De Zerbi und dem gesamten Verein über Nacht verbrachte. Eine 30-stündige Fahrt in die Moldau folgte, ohne Essen und mit wenig Treibstoff, immer in Angst vor Luftalarmen.

Kritik an infantino und die fifa

Fonseca kritisiert auch den FIFA-Präsidenten Gianni Infantino, der seiner Meinung nach ebenfalls von wirtschaftlichen Interessen geleitet wird. Die Vorstellung, dass Russland wieder an europäischen Wettbewerben teilnehmen könnte, sei für ihn unerträglich. Fonseca betont, dass er und seine Frau die Hoffnung auf eine friedliche Zukunft in der Ukraine nicht aufgeben.

Weitere sportnachrichten

Neben den politischen Aspekten des Krieges in der Ukraine werden auch andere sportliche Ereignisse beleuchtet. Dazu gehören die Leistungen spanischer und englischer Teams sowie Ergebnisse aus der französischen Ligue 1.