Pasquantino schlägt dreimal zu: italien fegt mexiko raus und rettet uncle sam
Die Azzurri schreiben Baseball-Geschichte. Vinnie Pasquantino drischt drei Homeruns, Italien zerlegt Mexiko 9:1 und zieht als Gruppensieger ins Viertelfinale des World Baseball Classic – und schickt nebenbei die USA weiter.
Das triple von pasquantino, das niemand vorhersah
Kein Italiener hatte je drei Homeruns in einem WBC-Spiel geschlagen. Niemand. Dann trat Vinnie Pasquantino an den Plate, schlug im zweiten Inning auf 1:0, im sechsten auf 8:1 und im achten auf 9:1. Drei Schwünge, drei Raketen, drei Erleichterungsausbrüche im italischen Dugout. „Ich habe nur meine Zone gesucht“, sagte der Captain später, als hätte er gerade drei Bälle in den Garten geschossen, nicht ins Globe Life Field.
Die Zahlen sprechen für sich: zwölf Homeruns in vier Spielen – nur die Dominikaner haben mehr. Italien? Das Lauf-und-Bunt-Team? Mittlerweile zweitstärkste Offensive des Turniers. Wer das vorher gesagt hätte, wäre aus jeder Sportbar rausgelacht worden.
Aaron Nola lieferte sich ein Schlagduell mit der Statistik: 65 Würfe, 4 Strikeouts, 0 Runs. Er wurde im fünften Inning ausgewechselt, weil der Plan so sah – nicht weil er musste. Denn der Plan war ein anderer: Italien wollte ursprünglich nur zweiter werden und im Viertelfinale gegen Puerto Rico antreten. Jetzt ist es Erster. Und die USA auch. Denn der 9:1-Kantersieg verhinderte die gehypte „pact“-Theorie: Mexiko hätte bei einer knappen Niederlage beide Teams durchbringen können. Italien spielte nicht mit, sondern spielte auf.

Mexikos fluch in azurblau
2013 schlug Sergio Romo im letzten Inning noch die Giants-Trophäe in der Hand, Italien schlug trotzdem. 2017 in Guadalajara drehten die Azzurri einen 4:9-Rückstand in einen 10:9-Sieg. Jetzt also Dallas 2025: keine Aufholjagd nötig, nur pure Dominanz. Mexiko endet mit 1-2 und fliegt trotz hochkarätiger MLB-Liste raus.
Manager Mike Piazza – ja, der Ex-Mets-Catcher mit den 427 Homeruns – schickte nach dem zweiten Pasquantino-Treffen den Squeeze-Play-Call rein: Caglianone startet von zweiter Base, Noti legt den Bunt, 3:0. Kleine Ball-Kunst, große Wirkung. Kurz darauf Marsee mit dem Single, zwei weitere Runs. 5:0 nach fünf Innings – Spiel entschieden, Stimmung verbrannt.
Im siebten Inning gab es einen einzigen mexikanischen Moment: Bases loaded, Graceffo raus, Scotti rein. Tellez’ Line Drive flog auf Pasquantinos Handschuh, Duran schwang sich ins Strikeout. Danach: Stille. 29.529 Zuschauer, davon wirklich 28.000 auf mexischer Seite – verstummt. Die italische Hymne ertönte, diesmal nicht als Nebengeräusch, sondern als Sieges soundtrack.

Puerto rico wartet – und ein möglicher traum gegen japan
Samstag, 20:00 Uhr Ortszeit, gegen Puerto Rico. Wer dort gewinnt, spielt womöglich gegen Japan. Das ist das neue Italien: keine Quoten-Außenseiter mehr, sondern Geheimtipp mit Baseball-Bat. Die Auswahl der Azzurri ist keine All-Star-Liste, aber eine Mannschaft. Und sie hat einen Captain, der aus dem Stand drei Spiele entscheidet – und damit auch die USA rettet. Uncle Sam schuldet den Italienern ein Bier. Oder vielleicht gleich den ganzen Pokier.
