Partizan explodiert: milan-deal um kostic ohne sportchef – ein offener machtkampf

Ein einziges Fax, eine Unterschrift – und in Belgrad bricht die Hölle los. Andrej Kostic wechselt zum AC Mailand, doch der Sport-Vize des Partizan, Pedrag Mijatovic, erfuhr davon aus dem Radio. Jetzt legt er nach: »Ich wurde weder gefragt noch informiert«, donnerst er in einem Statement, das wie eine Kampfansage klingt.

Mijatovic wirft vorstand verfassungsbruch vor

Laut Statuten ist der 56-Jährige zuständig für alle sportlichen Belange – vom Scouting bis zur Marktwertstrategie. Doch als Milan die Ablöse für den 21-jährigen Flügelspieler überwies, saß er offenbar im Vorstand nicht am Tisch. »Hätte man mich gehört, wäre die Offerte im Sekundenbruchteil abgelehnt worden«, so Mijatovic. Er spricht von einem »irrisorio« (lächerlichen) Betrag, der »weit unter der Ausstiegsklausel« liege.

Die Klausel: 35 Millionen Euro. Die Summe, die Milan laut serbischen Medien tatsächlich zahlte: 8 plus Boni. Ein Drittel. Ein Schlag ins Gesicht für einen Klub, der seine Talente sonst mit Prestige und Preisliste verkauft.

Präzedenzfall mit signalwirkung: der neue serbien-discount?

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Mijatovic‘ Angst: Der Schnäppchen-Deal zieht Kreise. »Wenn wir Spieler unter Wert verscherbeln, glauben europäische Klube bald, bei Partizan gäbe es den Dauerrabatt«, sagt er. In den vergangenen Monaten habe er mit Scouts aus England, Spanien und Deutschland Termine gebunden – um Kostic & Co. mit festen Preisschildern zu präsentieren. Jetzt sei die »Glaubwürdigkeit in Asche«.

Die interne Spaltung ist offen. Klubchef Rasim Ljajić hält sich bedeckt, doch Mijatovic fordert eine außerordentliche Mitgliederversammlung. »Transparenz ist kein PR-Wort, sondern die einzige Rettung für einen Traditionsverein, der am Finanzabgrund balanciert«, schiebt er nach.

Für Milan ein Schnäppchen, für Partizan ein Scherbenhaufen. Und für Kostic? Er fliegt morgen zur Medizinprüfung nach Mailand, während in Belgrad die nächste Bombe tickt: Sollte die Mitgliederschaft den Vorstand abwählen, droht ein Nachverkauf des Verkaufs – juristisch und sportlich. Die Serie A jubelt, die Serie A schaut zu. Und Mijatovic? Der schmiedet bereits Pläne für den nächsten Putsch – diesmal mit Statuten in der einen und einer Klage in der anderen Hand.