Parrondo zieht notbremsung zurück: melsungen gegen gummersbach mit voller breitseite

Die MT Melsungen steht mit dem Rücken zur Wand. Nach dem 25:34-Debakel gegen Vardar Skopje droht der Europacoup zum Bumerang zu werden – zwei Extraspiele, mehr Belastung, weniger Luft für die Bundesliga. Heute Abend (20 Uhr, Rothenbach-Halle) muss gegen den VfL Gummersbach die Rechnung beglichen werden.

Parrondo erklärt, warum er gegen vardar aufstellte wie gegen kiel u17

Roberto Garcia Parrondo redet nicht lange um den heißen Brei herum. „Wir hatten in dieser Woche drei Spiele in sechs Tagen. Da mussten wir den einen oder anderen Spieler schonen“, sagt der Spanier und nimmt damit die Kritik von vorn. Denn wer sieht schon gerin, wie sein Club in Europapokal mit einer Not-Truppe verheizt wird. Die Liste der Ausfälle liest sich wie ein Lehrbuch für Sportmedizin: Nikolaj Enderleit, Bruno Eickhoff, Amine Darmoul, Alexandre Cavalcanti – alle dauerhaft außer Gefecht. Dazu mehr als die Hälfte des restlichen Kaders „angeschlagen, nicht bei 100 Prozent“. Erst am Montagabend fiel die Entscheidung, Stars wie Dainis Kristopans, Vlad Kulesh und Timo Kastening zu schonen.

Die Konsequenz: ein 25:34, das Fans in Sozialen Netzwerken mit Spott überschütteten. Parrondo aber zieht die Reißleine, bevor der Karren komplett im Dreck steckt. Gegen Gummersbach kehrt die erste Garde zurück – Erik Balenciaga und Aaron Mensing sind wieder dabei. Die Botschaft: Wir haben noch nicht aufgegeben.

Sechs siege in serie – und gummersbach rieht den sprung nach europa

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Die Oberberger kommen selbstbewusst. Jahresübergreifend sechs Pflichtspiel-Siege, 2026 noch ohne Verlustpunkt. Linksaußen Tilen Kodrin formuliert die Mission klar: „Jedes Spiel hat seine eigene Geschichte, aber wir wollen mit einem Sieg in die Länderspielpause gehen.“ Für Melsungen ist das ein doppelter Zugzwang: Sieben Minuspunkte Rückstand auf Rang sechs, dazu die Extraspiele im Europapokal gegen Fredericia HK und eventuell Porto. Wer daheim gegen Gummersbach patzt, kann den Anschluss an die internationalen Plätze wahrlich abschreiben.

Parrondo aber bleibt hart. „Gegen Gummersbach müssen und werden wir ein anderes Gesicht zeigen.“ Die Rothenbach-Halle wird wieder ausbrechen, wenn das erste Tor fällt. Die Frage ist nur: Wer trägt die Bärte am Ende – die gequälten Gastgeber oder die gierigen Gäste?