Paralympics: empörung über zulassung russischer und belarussischer athleten

Russische und belarussische athleten unter eigener flagge – eine schwere provokation

Die Entscheidung der Organisatoren der Paralympischen Winterspiele, Athleten aus Russland und Belarus unter ihrer eigenen Flagge antreten zu lassen, hat eine Welle der Empörung ausgelöst. Besonders scharf kritisiert wurde diese Entscheidung vom ukrainischen Sportminister Matwiy Bidny, der sie als "enttäuschend und empörend" bezeichnete. Er argumentiert, dass die Flaggen beider Länder keinen Platz bei internationalen Sportveranstaltungen haben, die für Fairness und Integrität stehen sollen. Bidny sieht in diesen Flaggen Symbole von Regimen, die den Sport als Instrument der Kriegführung missbrauchen.

Bidnys scharfe kritik: sport als kriegsinstrument

Bidnys scharfe kritik: sport als kriegsinstrument

"Die Entscheidung der Organisatoren der Paralympics, Mördern und ihren Komplizen die Teilnahme an den Paralympischen Spielen unter nationaler Flagge zu gestatten, ist sowohl enttäuschend als auch empörend", so Bidny in den sozialen Medien. Er betonte, dass der paralympische Sport in Russland zu einer Stütze für diejenigen geworden sei, die den Krieg in der Ukraine unterstützen, und für diejenigen, die mit Verletzungen aus dem Kampf zurückkehren. Die Zulassung sei ein Schlag ins Gesicht für alle, die unter dem Krieg leiden.

Wildcards für russische und belarussische athleten

Wildcards für russische und belarussische athleten

Das Nationale Paralympische Komitee Russlands (RPC) erhielt sogenannte Bipartite-Plätze in den Disziplinen Alpin, Langlauf und Snowboard. Zu den Athleten, die an den Spielen vom 6. bis 15. März teilnehmen werden, gehören unter anderem der dreifache Paralympics-Sieger Alexei Bugajew, die zweifache Weltmeisterin Warwara Woronchichina und der mehrfache Weltmeister Iwan Golubkow. Die Visa und die Kleidung in Nationalfarben wurden bereits offiziell genehmigt, wie der RPC-Vorsitzende Pawel Roschkow mitteilte.

Zufriedenheit und kritik im russischen team

Während Roschkow eine "würdige" Vertretung des Landes erwartet, äußerte Langlauf-Trainerin Irina Gromowa Bedenken hinsichtlich der geringen Anzahl der Startplätze. "Natürlich ist es toll, dass es eine Flagge und eine Hymne geben wird, aber die Tatsache, dass wir so wenige sind, erschwert die Aufgabe", erklärte sie. Trotzdem sei die Möglichkeit, unter eigener Flagge anzutreten, ein wichtiges Zeichen.

Deutsche kritik und die perspektive der athleten

Auch der Deutsche Behindertensportverband (DBS) kritisierte die Zulassung erneut. Johanna Recktenwald, Deutschlands Para Sportlerin des Jahres, äußerte sich besonders besorgt über die Situation der ukrainischen Athleten: "Ich finde es so heftig den Ukrainerinnen gegenüber. Es habe sich nichts geändert, deshalb verstehen wir nicht, wieso sie jetzt wieder starten dürfen mit Flagge, Hymne und allem." Langläufer Marco Maier ergänzte, dass die Situation für ihn "nicht fair gegenüber allen anderen und vor allem der Ukraine" sei.

Bidnys appell: mut zeigen und staatssymbole verbieten

Bidny forderte die Entscheidungsträger eindringlich auf, "zur Vernunft zu kommen und die Staatssymbole von Mördern bei internationalen Wettkämpfen zu verbieten". Er rief zu Mut auf, um die Integrität des Sports zu wahren und ein starkes Zeichen gegen die russische Aggression zu setzen. Die Situation erfordert eine klare Positionierung und eine entschiedene Reaktion, um die Werte des Sports zu schützen.