Paraguays kommentator rastet aus – fifa schaltet sofort zu
Ein Ausraster im Live-Radio hat einem paraguayischen Kommentator die Teilnahme an der Weltmeisterschaft gekostet. Jorge Vera, bekannt von Sender ABC, ließ während der Partie Paraguay gegen die Türkei seiner Wut freien Lauf und riss damit seine eigene Akkreditierung mit in den Abgrund.
Die eskalation während des spiels
Die Situation kochte über, als Paraguays Nationalspieler Miguel Almirón aufgrund einer neuen Regelung, die das Verhüllen des Mundes bei Diskussionen mit Gegenspielern ahndet, die rote Karte erhielt. Vera sah rot und entlud seinen Zorn in einer Tirade, die weit über konstruktive Kritik hinausging. Er bezeichnete den Schiedsrichter Ivan Barton als „Dieb“ und wandte sich dann direkt an FIFA-Präsident Gianni Infantino:
„Sie haben den Fußball getötet, FIFA, ihr habt den Fußball getötet! Infantino, du bist verantwortlich hierfür… Eine Schande. Ihr solltet euch schämen.“
Doch damit war es nicht genug. Auch Conmebol-Präsident Alejandro Domínguez wurde in die Schimpftirade hineingezogen, wobei Vera sich äußerst drastische und unpassende Ausdrücke erlaubte.

Die reaktion der fifa und veras entschuldigung
Die FIFA zögerte nicht und entzog Vera umgehend seine Akkreditierung für die gesamte Dauer des Turniers. Ein Schritt, der von vielen als übertrieben empfunden wird, da Vera sein Verhalten anschließend über Instagram bedauerte: „Was ich gesagt habe, war falsch, und es liegt an mir, die Verantwortung dafür zu übernehmen. In diesen Sekunden war ich kein gutes Vorbild.“
Auch sein Arbeitgeber, Sender ABC, versuchte, die FIFA zum Umdenken zu bewegen und argumentierte, dass der Entzug der Akkreditierung unverhältnismäßig sei. Doch bisher ohne Erfolg. Die Frage, ob die FIFA angesichts der öffentlichen Kritik und Veras Reue doch noch einlenken wird, bleibt offen.
Für Paraguay bedeutet das, dass ein erfahrener Kommentator wichtige Spiele verpassen könnte. Schließlich haben die Südamerikaner gute Chancen, sich im Sechzehntelfinale zu qualifizieren – ein Zähler gegen Australien am Freitag sollte ausreichen.
Die Affäre um Jorge Vera wirft ein Schlaglicht auf die zunehmende Sensibilität gegenüber verbalen Äußerungen im Fußball und die rigorosen Maßnahmen, die die FIFA ergreift, um ihre Autorität zu wahren. Es bleibt abzuwarten, ob dieser Fall eine Debatte über die Grenzen der Meinungsfreiheit im Sport auslösen wird.
