Paolini zittert, siegt aber wie eine kämpferin: indian-wells-achtelfinal gegen gibson
Jasmine Paolini hat bei 34 Grad Schatten und einem gnadenlosen Schlagabtausch mit Ajla Tomljanovic 7:5, 5:7, 6:1 geboxt – und dabei bewiesen, warum sie seit Oktober wieder in der Erfolgsspur liegt.
Die Italienerin war zwei Mal zurückgelegen, zweimal musste sie Breaks abfangen, doch jedes Mal antwortete sie mit höheren Bällen und präzisen Cross-Returns. Der entscheidende Satz? Ein Energie-Check. Tomljanovic, die im ersten Aufschlagspiel des dritten Satzes noch eine Vorhand-Longline brannte, brach danach buchstäblich ein: 14 unerzwungene Fehler in vier Games – ein Selbstbedienungsladen für Paolini.

Die zahlen, die zählen
2 Stunden 20 Minuten, 76 Winner insgesamt, 11 Breaks – und ein Match, das die Ranglisten-Sechste endlich wieder Selbstvertrauen schenkt. Denn: Zuletzt hatte sie in Melbourne und Doha jeweils in Runde zwei verloren. Das Sunshine-Double (Indian Wells plus Miami) galt als Endspiel für ihre Form. Jetzt steht sie zum dritten Mal in Folge in der Runde der letzten 16 in der Wüste Kaliforniens.
Und es wird ein Einbahnstraßen-Duell: Gegnerin Talia Gibson ist Qualifikantin, 21 Jahre alt, frisch mit zwei Top-20-Siegen (Badosa, Tauson) im Gepäck. Die Australierin spielt frei auf – und genau das könnte Paolinis größte Chance sein. „Ich kenne sie nur aus Videos, aber sie schlägt hart und flach – genau mein Typ Tennis“, sagte Paolini nach dem Match mit einem verschmitzten Grinsen.
Die Bilanz gegen australische Spielerinnen? 6:1 in diesem Jahr. Die letzte Niederlage datiert von 2023. Die Vorzeichen stehen gut, doch Indian Wells ist ein Turnier, das Tradition und Überraschung liebt. Für Paolini zählt nur der nächste Schritt – und der führt über den Center Court in eine Woche, in der italienischer Tennis-Fans wieder träumen dürfen.
