Panther zerlegen red bulls im derby: ingolstadt bläst zum play-off-angrug

Der SAP Garden bebte, aber am Ende standen die Gäste stramm: Der ERC Ingolstadt hat das Münchner Play-off-Fest mit einem 6:5 im ersten Schlagduell der Best-of-Seven-Serie gekapert und den haushohen Favoriten EHC Red Bull München in Grund und Boden geschossen. Schon nach 25 Minuten lagen die Red Bulls mit 0:4 hinten – ein Rückstand, den selbst ihre berüchtigte Comeback-Mentalität nur noch kosmetisch kitten konnte.

Barber und powell starten den kaltstart

Myles Powell schockte die Arena mit dem 0:1 nach fünf Minuten – dem ersten Saisontreiber der Panther im Münchner Eis. Riley Barber setzte im Powerplay nach, ehe Peter Abbandonato und erneut Barber den Gästen die Scheibe bis zur 26. Minute durch die Beine von Keeper Antoine Bibeau schickten. Was danach folgte, war kein Eishockey mehr, sondern pure Demütigung: Die beste Heimdefensive der DEL kassierte vier Gegentreffer vor der ersten Pause, die eigene Offensive schien wie gelähmt.

Die Münchner wachten erst auf, als Jeremy McKenna per Nachschuss den Anschlusstreffer erzielte. Brady Ferguson verkürzte Sekunden vor dem zweiten Drittelende auf 2:4 – ein Hoffnungsschimmer, der jedoch im Schlussabschnitt sofort wieder erlosch. Alex Breton nutzte einen Konter eiskalt zum 2:5, ehe Tobias Rieder und Ferguson erneut heranrückten. Doch Johannes Krauss schlug postwendend zum 3:6 zurück, und selbst das späte Empty-Net-Tor von Ville Pokka reichte nur noch zum 5:6-Endstand.

Münchens heimmacht bröckelt – jetzt droht ein exodus

Münchens heimmacht bröckelt – jetzt droht ein exodus

Die Statistik ist brutaler als das Endergebnis: Ingolstadt schoss nur 24 Mal aufs Tor, traf aber sechsmal – eine Effizienz von 25 Prozent. München dominierte mit 38 Schüssen, doch Panther-Schlussmann Maximilian Franzreb ließ sich nur dreimal überwinden. Die Red Bulls verloren damit ihre dritte Heimpartie in Serie und müssen nun in der SAP Arena zweimal in Folge gewinnen, um nicht schon vor dem Wechsel nach Oberbayern erstmals seit 2019 in Runde eins auszuscheiden.

Für Ingolstadt war es der dritte Sieg in vier Derby-Duellen dieser Spielzeit – und ein Statement mit Exklusivcharakter. Trainer Lance Bouma wird seine Mannschaft nun auf das nächste Auswärtsspiel vorbereiten, das am Freitag wieder in München stattfindet. Die Panther haben die Münchner Heimmacht entzaubert, ihre Angriffswelle ist real. Wer jetzt noch von einer „auf Augenhöhe“-Serie spricht, hat die Scheibe nicht richtig verfolgt.