Panna udvardy wechselt von schmiergeld-erpressern auf onlyfans
Zwei Schläge, ein Aufschlag. Die 97. der Welt, Panna Udvardy, lässt sich nicht kleinkriegen. Nach Erpressungsversuchen während des Antalya-Challengers meldet sie sich mit einem OnlyFans-Account zurück – und schickt damit ein Signal, das weit über Tennis-Courts hinausreicht.
Von drohungen zur selbstbestimmung
Die ungarische Spielerin hatte in der Türkei anonyme SMS erhalten: Wetten auf eigene Matches manipulieren – sonst droht den Angehörigen etwas. Die Polizei ermittelt, die WTA schaltete Sicherheitsberater ein. Doch Udvardy dreht den Spieß um. Statt sich verstecken, eröffnete sie auf der kostenpflichtigen Plattform einen Kanal. „Ich will meine eigene Story schreiben“, kommentierte sie knapp auf Instagram. Dort postet sie Trainingsbilder, Locker-Room-Clips und ein paar Bikini-Fotos – mehr Haut als die Tour erlaubt, aber noch keine Nacktaufnahmen.
Die Rechnung geht auf. Innerhalb von 48 Stunden stieg ihre Abonnentenzahl auf über 12.000, bei 12 Dollar im Monat. Das ergibt rund 144.000 Dollar jährlich – mehr als sie 2023 auf dem Court verdient hat. Sponsoren wie Yonex und Red Bull halten sich bedeckt, wollen „keine voreiligen Schritte“.

Onlyfans wird zum parallel-circuit der sportler
Sie ist nicht die Erste. Vor ihr machten bereits Sachia Vickery, Arina Rodionova und Chloé Paquet den Schritt. Vickery sagte beim US Open: „Das ist das einfachste Geld meines Lebens.“ Auch auf der ATP-Tour testet Alexandre Muller das Format – allerdings mit Fokus auf Reisevlogs statt Dessous.
Die WTA reagiert gelassen. In einem internen Memo heißt es: „Solange keine Regeln verletzt werden, ist die Entscheidung individuell.“ Tatsächlich verbietet das Regelwerk nur Live-Streaming während Turnieren sowie Werbung für Glücksspiel oder Pornografie auf der Kleidung. Ein Profil auf OnlyFans ist demnach erlaubt, solange es keine expliziten Inhalte während Events gibt.
Experten sehen den Schritt strategisch. „Athletinnen verkaufen sich schon immer als Marke. OnlyFans verkürzt den Weg zum Fan und umgeht TV-Rechte“, sagt Medienrechtler Jan-Hendrik Oesterwind aus Hamburg. Die Gefahr: Bilder landen sekundenschnell auf kostenlosen Plattformen. „Ein einzes Leak kann einen Sponsorenvertrag kosten.“
Die nächste Generation schaut hin
Bei den French Open wird Udvardy voraussichtlich in der Quali starten. Ihr Ranking reicht nicht fürs Hauptfeld, doch ihre Reichweite wächst täglich. Junge Spielerinnen aus der ITF-Tour fragen bereits nach Workshops: „Wie baue ich ein OnlyFans auf, ohne meine Karriere zu riskieren?“Udvardy selbst bleibt cool. Zwischen zwei Trainingseinheiten in Budapest postet sie ein Selfie mit der Unterschrift: „Ich bin mehr als eine Spielerin.“ Die Botschaft ist klar: Wer sie kontrollieren will, muss mit ihr verhandeln – nicht mit ihrem Management. Und wenn die Tour morgen ihre Regeln verschärft? Dann hat sie schon ein zweites Standbein. In der neuen Ökonomie des Sports zählen Follower ebenso wie Forehands.
