Panatta übergibt den staffelstab: sinner krönt sein vermächtnis
Rom – Ein Applaus, der die Geschichte atmen ließ, eine Umarmung, die eine Ära abschloss: Adriano Panatta, italienische Tennislegende, hat Jannik Sinner zum Sieger der Internationalen Rom erklärt. Fünfzig Jahre nach seinem eigenen Triumph auf dem Pietrangeli-Center war es ein Moment der Übergabe, der das italienische Tennis für immer veränderte.
Ein alter rebell findet erfüllung
Panatta, der sich selbst als „alten, zynischen Römer“ bezeichnet, ließ sich von der Begeisterung des Publikums überwältigen. „Dieser Applaus zu Beginn… das war schön“, gestand er sichtlich bewegt. Nach Jahren, in denen Italien auf einen solchen Moment gewartet hatte, konnte er nun endlich den Staffelstab an Sinner weitergeben, den er als den „stärksten Spieler der Welt“ bezeichnet. Die Freude war ihm ins Gesicht geschrieben – eine Mischung aus Stolz und Erleichterung, als hätte er selbst ein Kapitel seiner eigenen Geschichte abgeschlossen.

Mehr als nur ein sieg: eine neue ära des italienischen tennis
„Fünfzig Jahre sind eine lange Zeit“, reflektierte Panatta. „Ich bin sehr glücklich, dass ich diesem jungen Mann diesen Triumph überreichen konnte. Es ist ein Grund für Stolz. Hier, auf dem Pietrangeli-Center, habe ich einen Tag erlebt, der mein Leben veränderte. Und nun, einen italienischen Tennisspieler zu sehen, der sich mit solch einer Persönlichkeit und Spielweise durchsetzt, ist wunderschön.“
Panatta lobte Sinner nicht nur für sein sportliches Können, sondern auch für seinen Charakter: „Er ist nicht nur ein Champion, sondern ein großartiger Mensch, ein sehr korrekter und höflicher Junge.“ Er betonte Sinner’s mentale Stärke: „Bei Sinner ist das Konzept eines schlechten Tages relativ. Die anderen verlieren, wenn sie nicht in Form sind; er spielt vielleicht nur 80 % und erreicht trotzdem das Finale.“

Die unerschütterliche überzeugung eines champions
Während des gesamten Turniers zeigte Sinner eine beeindruckende Konstanz. Panatta gab zu, dass er während des Finales keine Anspannung gespürt habe: „Ich war immer davon überzeugt, dass er gewinnen würde. Ruud war ein solider Gegner, aber Jannik hat Reife, Ruhe und Mut bewiesen.“
Das Publikum in Rom spürte die besondere Atmosphäre. „Das römische Publikum erkennt an, wer mit Respekt und Charakter auf den Platz tritt“, sagte Panatta. „Jannik hat es geschafft, sie alle zu gewinnen. Dieser Junge ist ein Vorbild, nicht nur ein Champion.“
Die Umarmung zwischen Panatta und Sinner nach der Zeremonie wurde zu einem symbolträchtigen Bild – ein Moment, der in die Geschichte des italienischen Tennis eingehen wird. Panatta erinnerte Sinner daran, dass er auch in Paris sein werde, um den Gewinner von Roland Garros auszuzeichnen, in Anlehnung an sein eigenes Triumph vor 50 Jahren. „Bleib ruhig“, riet er ihm, „und du kannst es schaffen.“
Der Abend gipfelte in einem Gefühl der Vollendung. Nicht nur der Sieg Sinner’s, sondern auch der Doppelsieg und der Derby-Sieg der Roma gegen die Lazio verliehen diesem Sonntag eine besondere Note. „Es war ein großartiger Tag“, schloss Panatta mit einem zufriedenen Lächeln. Der alte Rebell hatte seinen Nachfolger gefunden, und das italienische Tennis blickt nun voller Zuversicht in die Zukunft.
