Palma windet sich: xammar/cardona vorzeitig auf goldkurs, barceló/cantero jagen belgierinnen

Sonne, 20 Knoten Böen und ein Wind, der jedem Taktiker die Stirn falten lässt – der 55. Trofeo Princesa Sofía hat die Olympia-Klassen am Sonntag in Palma de Mallorca durchgeschüttelt. Nach drei Wettfahrten steht ein Name schon jetzt in Stein: Jordi Xammar und Marta Cardona diktieren im 470er-Mix die Taktik, selbst nach einer Früh-Disqualifikation.

Xammar/cardona liefern lehrstunde im comeback

Die Weltmeister kamen frisch vom EM-Bronze in Vilamoura und lieferten sofort die Antwort auf jene Schrecksekunde am Start: DSQ in Rennen eins, dann ein Zweiter und ein Sieg – Palma applaudiert, die Konkurrenz zieht den Hut. Hinter den Spaniern lauern Costa und Joao aus Portugal punktgleich, die Italiener Berta/Calabró halten mit drei Punkten Rückstand Schlagdistanz. Das 470er-Tableau ist noch enger als die Bucht von Palma bei Ebbe.

Im 49erFX schraubt sich das Drama auf 60 Boote hoch. Paula Barceló und María Cantero – vor zwölf Monaten noch unbekannt, heute Weltmeisterinnen – schlagen mit einem Tagessieg und zwei Top-Fünf-Plätzen direkt auf Platz zwei. Nur zwei Punkte trennen sie von den belgischen Spitzenreitern Maenhaut/Geurts. Dahinter lauert Olympia-Paris-Gold Vilma Bobeck mit neuer Partnerin Ebba Berntsson – ein Trio, das sich bis Los Angeles 2028 zerfetzen wird.

49Er-klasse liefert triple-dead-heat

49Er-klasse liefert triple-dead-heat

Wer hier nach dem ersten Tag einen Favoriten nennt, lügt: Dänen, Australier und Franzosen teilen sich die Spitze punktgenau. Die Marsans-Brüder schaufeln sich mit Platz fünf und acht ins Mittelfeld, die Wizners kassieren eine 17 und eine 25 – das werden sie morgen streichen müssen. Die Klasse 49er ist damit offiziell „roter Oktober“ – wer zögert, wird weggeweht.

Bei den fliegenden Katapulten Nacra 17 zieht Schweden doppelt die Karten: Järudd/Jonsson vor Svensson/Dackhammar. Die argentinischen Südamerikameister Lange/Carranza komplettieren das Podest, während die spanischen Hoffnungsträger Cardona/Van der Velden nach einem Black-Flag-Fehler hinten loslegen.

Ilca-fleeten unterbrechen pyramide der langsamkeit

Ilca-fleeten unterbrechen pyramide der langsamkeit

Olympiasieger Matt Wearn (AUS) nutzt die Unruhe im Wind und schaufelt sich in der ILCA 7 direkt an die Spitze. 195 Männer, zwei Läufe – mehr war nicht drin. Der singapursche Asiaten-Meister Ryan Lo und Kroatiens Bruno Gaspic folgen punktgleich, Mallorcas eigener Sohn Sergio García muss als bester Spanier mit Rang 45 klarkommen. In der ILCA 6 geht wegen Windzittern nur ein Rennen über die Bühne – reicht, um Matilda Nicholls (GBR) und Wiktoria Golebiowska (POL) vorne zu verankern. Die Spanierinnen Isabel Hernández und Marina Serrano rutschen auf sieben und neun – noch alles drin, denn morgen flattern iQFOiL und Formula Kite ins Revier.

900 Boote, 1.100 Regattaseelen, zehn Olympia-Disziplinen – der Trofeo Princesa Sofía schaltet ab Dienstend auf Vollgas. Und der Wind? Der hat bereits angekündigt, dass er nicht vorhat, sich zu beeilen.