Barcelona wird zur golf-festung: spaniens stars jagen den ersten catalunya-coup

Real Club de Golf El Prat, 7. bis 10. Mai: Wer in Europas Golf-Zirkus noch ein Ticket für 2026 braucht, muss jetzt liefern. Mit Ángel Hidalgo, Eugenio Chacarra, Rafa Cabrera Bello, Adri Arnaus und Jorge Campillo schickt Spanien seine komplette Promi-Truppe in die neue Estrella Damm Catalunya Championship – und die Stadt, die sonst nur Fußball-Trommeln kennt, bekommt ein Loch-Pfeifen, das man in Dubai hören wird.

Der race-to-dubai-countdown beginnt auf heimischem gras

Die Rechnung ist simpel: 500 Punkte für den Sieger, 150 Jahre Estrella Damm im Rücken, und vorne die Nachwuchs-Kanone Chacarra, der vor zwei Monaten in Neu-Delhi den Hero Indian Open geknackt hat. „Wenn wir in Spanien spielen dürfen, ist das kein Bonus, es ist Druck“, sagt der 23-Jährige. „Die Leute verstehen Golf, sie wissen, wenn du ein Putt versenkst, der dich in die Top-50 der Welt katapultiert.“

Hidalgo, 27, trägt noch den Klang des letzten Open de España in den Knochen. Play-off, Loch 18, Schlag unter Druck – seit diesem Tag ist er keine Geheimwaffe mehr, sondern ein Name, den die Kids an der Driving Range murmeln. In Barcelona will er zurück in diese Zone, wo Fairway-Metall und Nerv aus einem Stück zu sein scheinen. „Zuhause spielen heißt: du triffst kein Grün, ohne ein „Vamos“ zu hören“, sagt er. „Das kann dich tragen oder erdrücken – ich nehme beides.“

Cabrera Bello, vier Siege, eine Ryder-Cup-Story, fährt mit demselben Gemüt wie 2009 nach Österreich, als er seine Karriere in Schwung brachte. Nur dass diesmal die 2031er-Ryder-Cup-Bewerbungsschrift auf dem Schreibtisch liegt. „Wir haben in Spanien keine zweite Chance, wenn wir vor eigenem Publikum nicht glänzen“, sagt der Kanadier mit Canarien-Pass. „Barcelona ist kein Schaulaufen, es ist ein Statement.“

Arnaus wiederum kennt jeden Borke des Platzes – 2020 gewann er hier im Sechs-Loch-Play-off des Catalunya Championship. Sein Caddie spart sich die Yardage-Bücher, schlägt stattdessen ein. „Wenn du vor deiner Haustür triumphierst, bleibt das Bild für immer hängen“, sagt er. „Ich will dieses Foto neu entwickeln.“

Campillo, 39, lacht über die Jugend, die ihn umgibt, aber er hat die meisten Top-10-Platzierungen der Truppe. „Regelmäßigkeit reicht nicht, wenn die Tour nach Hause kommt“, sagt er. „Dann muss Feuer her.“

Tickets fliegen, bier fließt – und die uhr tickt für rom 2031

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Der Veranstalter wirbt mit 25 Prozent Rabatt für Vereinsmitglieder, 50 Prozent für Jugendliche und kostenlosen Eintritt für Unter-13-Jährige – ein Kalkül, das funktioniert: Am ersten Verkaufstag gingen 8.400 Karten weg, so viel wie zuletzt 2015, als der European Tour-Stop noch „Spanish Open“ hieß. Estrella Damm, seit 1876 im Geschäft, wird 2021er-Ryder-Cup-Bier – und damit offizieller Durstlöscher für das, was viele bereits als „katalanische Heim-WM“ bezeichnen.

Die Spieler spüren die Deadline. Wer im Mai nicht punkten will, muss im Herbst in Asien nachlegen – und dort sind die Preisgelder kleiner, die Flüge länger, die Druckkocher enger. „Wenn du in Barcelona unter Radar bleibst, wirst du in Singapur nicht mehr auftauchen“, sagt Nationalcoach Juan Pablo Giecco. „Deshalb ist El Prat kein Turnier, es ist eine Audition.“

Am 10. Mai wird einer der Fünf das 18. Grün umarmen, das Herz klopfen wie ein Flamenco-Rhythmus. Die anderen werden applaudieren, aber nur kurz – denn in der Woche darauf geht es nach Japan, und die Weltreise wartet nicht. Barcelona ist damit mehr als ein Stopp: Es ist der Moment, in dem Spanien seinem Golf zuruft: Zeig, was du kannst – oder schweige für ein Jahr.