Oxford-cambridge: spanische olympiasiegerin erobert ruder-tradition
Die jährliche Ruderregatta zwischen Oxford und Cambridge ist weit mehr als nur ein Sportevent; sie ist ein Fest der Tradition und ein gesellschaftliches Highlight im Vereinigten Königreich. Doch in diesem Jahr mischt eine außergewöhnliche Athletin mit: Esther Briz Zamorano, spanische Olympiakandidatin für Paris 2024, hat sich dem ‘Dark Blue’ Team von Oxford angeschlossen und will Geschichte schreiben.

Vom doppelzweier zum acht: eine neue herausforderung für briz
Briz, die bei den Olympischen Spielen in Paris im Doppelzweier mit Aina Cid auf dem siebten Platz landete, hat sich für ein Studium im Bereich Business Administration an der Universität Oxford entschieden. Was zunächst wie eine akademische Fortbildung klang, entpuppte sich als Sprung in eine völlig neue Ruderwelt. Statt des vertrauten Doppelzweiers sitzt sie nun in einem Acht mit Steuermann – ein Unterschied, der die Anforderungen und die Dynamik des Rennens grundlegend verändert. “Ich habe schon bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen teilgenommen, aber diese Atmosphäre hier in Großbritannien ist einfach einzigartig”, beschreibt Briz die Aufregung rund um die Regatta. Die Menge an Terminen und Veranstaltungen, die neben dem intensiven Training anfallen, überfordern selbst erfahrene Athleten.
Die Oxford-Cambridge-Regatta, deren Geschichte bis ins Jahr 1829 zurückreicht, ist tief in der britischen Kultur verwurzelt. Für Briz, die aus Zaragoza stammt, ist es eine Erfahrung, die sie in ihrer gesamten Karriere nicht erlebt hat. “Es ist eine Ehre, Teil dieses Erbes zu sein. Ich bin nicht nur Esther, die rudert; ich bin Oxford und rudere mit vielen Menschen im Boot”, so die Spanierin.
Ein langer Weg zum Erfolg Der Weg zur Aufnahme in das Oxford-Team war alles andere als einfach. Nach ihrem Abschluss an der renommierten Universität Stanford, wo sie ein Stipendium erhalten hatte, konzentrierte sich Briz zunächst auf die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele. Die Entscheidung für Oxford war jedoch eine bewusste Wahl, um ihre akademische Ausbildung mit ihrer sportlichen Karriere zu verbinden. “Ein MBA war die perfekte Option für mich”, erklärt sie. “Der Zulassungsprozess ist sehr anspruchsvoll, mit Prüfungen und Interviews, aber ich habe mich intensiv vorbereitet.”
Die 171. Austragung der Männerregatta und die 80. der Frauenregatta versprechen ein spannendes Rennen. Cambridge führt bisher mit 88:81 bei den Männern und 49:30 bei den Frauen. Briz, die mit ihrer Erfahrung im Rudern eine wichtige Stütze für das Oxford-Team darstellt, betont: “Es geht darum, die Stärken aller im Team zu nutzen. Wenn ich nur ein paar Zehntelsekunden verbessere, kann das für andere den Unterschied ausmachen.”
Die Regatta ist für Briz nicht nur ein sportlicher Wettkampf, sondern auch eine Gelegenheit, sich in ein neues Umfeld zu integrieren und neue Erfahrungen zu sammeln. “In Stanford hatten wir alle ähnliche Zeitpläne, hier in Oxford ist das ganz anders. Es ist unglaublich, wie sich alle anpassen und das Training unterbringen. Der Support der Alumni ist zudem beeindruckend.”
Mehr als nur ein Rennen Die Vorbereitungen auf die Regatta sind intensiv und ähneln einer echten Prüfung. “Wir haben den Kurs auf verschiedene Arten und mit unterschiedlichen Gegnern trainiert. Wir kennen jede Brücke, jeden Abschnitt des Flusses auswendig.” Die Atmosphäre ist geprägt von Tradition, Geschichte und einer unbedingten Leidenschaft für den Sport. Esther Briz und ihr Team sind bereit, alles zu geben, um die achtjährige Siegesserie von Cambridge zu beenden und die Geschichtsbücher umzuschreiben.
Die Bedeutung der Oxford-Cambridge-Regatta wird durch den Vergleich mit anderen traditionsreichen britischen Sportveranstaltungen verdeutlicht: Grand National (Hüpfreiten), British Open (Golf), Wimbledon (Tennis) und The Ashes (Cricket). Alle eint die lange Geschichte und der Stellenwert in der nationalen Identität.
