Otto addo schlägt zurück: „deutschland ist immer ein kandidat – ich rechne mit euch“
Otto Addo spricht nicht als Ghana-Coach, er spricht als Hamburger Jung. „Deutschland ist immer oben mit dabei, hat sehr, sehr gute Spieler, einen sehr, sehr guten Trainer“, sagt er, als hätte er nie die Elbe verlassen. Am Montagabend steht er in Stuttgart auf der gegnerischen Bank – und trotzdem ist es ein Heimspiel.
Der 50-Jährige, einst Flügelflitzer für Dortmund, Hannover und Mainz, sieht in Julian Nagelsmann kein Rätsel, sondern eine offene Rechnung: „Ich rechne immer mit Deutschland.“ 2014 hatte er das schon prophezeit, als halb Europa die DFB-Elf abschrieb. Damals saß er in Brasilien als Scout, heute sitzt er auf der wichtigsten Stellplatz-Tribüne der Welt – und schaut nach vorn.

Die vierte wm, das erste finale für afrika?
Addo war 2006 Spieler, 2014 Analytiker, 2022 Trainer, 2026 will er Geschichte schreiben. „Es wird irgendwann einen afrikanischen Weltmeister geben“, sagt er knapp. Marokko habe 2022 das Tor aufgestoßen, jetzt seien neun, vielleicht zehn Teams dabei. „Der prozentuale Anteil wird größer – und mit ihm die Wahrscheinlichkeit.“
Ghana landet in Gruppe L mit England, Kroatien und Panama. Kein leichtes Los, aber auch kein Albtraum. „Wir müssen uns nicht verstecken – wir können an guten Tagen mit den Topnationen mithalten.“ Das klingt nach Analyse, ist aber ein Kampfansage. Addo kennt die Schwächen der Three Lions, er hat Kroatiens Laufwege analysiert, Panamas Abwehrketten zerlegt. Die Akten liegen bereits im Koffer.
Deutschland sei „eine absolute Topmannschaft“, betont er noch einmal. Doch hinter dem Respekt schwingt eine Spur von Stolz: Wenn jemand den deutschen Fußball durch- und durch kennt, dann er. Und wenn Ghana am Montag in Stuttgart gewinnt, ist das nicht nur ein Ergebnis – es ist eine Rückkehr des lokalen Jungen, der es bis auf die Weltbühne schaffte.
