Österreich schreibt geschichte: 13 heimspiele ohne niederlage – der längste lauf aller zeiten
Der 1:0-Sieg gegen Südkorea war mehr als nur ein Erfolgserlebnis vor der WM. Er war der Schlussstein einer Serie, die seit 51 Jahren auf ihre Vollendung wartete. Mit dem Treffer von Marko Arnautovic in der 81. Minute schloss Österreich die längste Heimbilanz seiner Länderspielgeschichte ab: 13 Partien in Folge ohne Niederlage. Das gab es noch nie.
Der lauf begann mit einem schlagersieg
Am 22. November 2023 war Deutschland zu Gast in Wien. Das Ergebnis: 2:0. Es war nicht nur der Startschuss für die Rekordserie, sondern auch ein Signal an die europäische Elite – Österreich ist zurück. Danach folgte ein Sieg nach dem anderen, mal souverän, mal glanzlos, aber immer mit dem nötigen Pfund. Das 10:0 gegen San Marino war die Demonstration der Offensivpower, das 1:1 gegen Bosnien die Qualifikation für die WM nach 28 Jahren Abstinenz.
Die Zahlen sind kernig: zehn Siege, drei Remis, 32:6 Tore. Kein Gegner konnte in Wien gewinnen, nicht einmal Belgien, das zuletzt am 13. Oktober 2023 mit 3:2 triumphierte. Seitdem ist Österreichs Heimstätte eine Festung.

Rangnick baut ein system auf stabilität
Ralf Rangnick hat aus einer talentierten, aber unbeständigen Truppe eine Maschine gemacht. Seine Spielidee: frühes Pressing, schnelles Umschalten, maximale Ausfallsicherheit. Das Ergebnis ist nicht nur die Rekordserie, sondern auch ein Kollektiv, das individuelle Klasse mit kollektiver Disziplin verbindet. Arnautovic mag das Gesicht sein, aber das Gerüst steht auf David Alaba, Marcel Sabitzer und einem Mittelfeld, das Ball und Gegner gleichermaßen kontrolliert.
Die Gegner waren nicht gerade Amateurvereine: Deutschland, Serbien, Türkei, Norwegen – alles Teams, die in der Lage sind, eine WM zu durcheinanderzuwirbeln. Doch in Wien bekamen sie alle das gleiche Programm: Laufwege abschneiden, Räume verkleinern, Chancen verbrennen. Selbst Südkorea, frisch geduscht nach einem 5:1 gegen Ghana, fand kein Rezept.

Die nächsten gegner kommen nicht aus dem topf
Am 1. Juni empfängt Österreich Tunesien – kein Weltklassegegner, aber ein Test, der Rangnick erlaubt, letzte Details zu feilen. Danach geht’s in die USA, wo die WM gespielt wird. Die ersten Heimspiele nach dem Turnier sind gegen Israel und den Kosovo – Spiele, die eigentlich nur noch die Statistik füttern können. Aber das ist egal. Der Rekord steht, und er wird wohl lange stehen.
Die 51-jährige Bestmarke war ein Relikt aus der Ära Meisl und Stastny. Jetzt gehört sie Rangnick und seiner Generation. Und sie hat nicht nur historische Bedeutung – sie ist ein konkretes Versprechen: Bei dieser WM wird Österreich nicht nur dabei sein. Österreich will Stürmen.
