Österreich feiert sensationellen olympiasieg im neuen skisprung-teamwettbewerb

Historischer erfolg für österreich in predazzo

Predazzo, Italien – Bei den Olympischen Winterspielen in Mailand Cortina feierte das österreichische Skisprungteam am Montag einen überraschenden Sieg im neu eingeführten Super-Team-Skispringen. Es ist die erste Medaille für Österreich in dieser Disziplin und ein wichtiger Erfolg, nachdem die letzten Tage für das Team schwierig waren. Der Wettbewerb wurde aufgrund von starkem Schneefall und Wind nach der zweiten Runde abgebrochen.

So kam es zum sieg

So kam es zum sieg

Das neue Format, das den früheren Vierer-Teamwettbewerb auf der Großschanze ersetzt, sieht Teams mit nur zwei Springern vor. Insgesamt nahmen 17 Nationen an der ersten Runde teil, von denen die besten 12 in die zweite Runde einzogen. Die besten 8 qualifizierten sich für das Finale. Doch bevor alle Springer ihre letzte Runde absolvieren konnten, wurde der Wettbewerb aufgrund eines Schneefalls abgebrochen. Die Ergebnisse der zweiten Runde zählten letztendlich für die Wertung.

Entscheidung aufgrund widriger bedingungen

Sandro Pertile, Rennleiter der internationalen Ski-Föderation, begründete die Entscheidung mit den schwierigen Bedingungen. Der schwere, nasse Schnee verlangsamte die Athleten auf der Anlaufspur, und die wechselnden Winde hätten zu unfairen Bedingungen für die verbleibenden Springer geführt. “Es war die letzte Chance für unser Team”, erklärte Jan Hoerl, der bereits 2022 den Mannschaftswettbewerb in Peking gewonnen hatte. “Wir wussten das und konnten uns konzentrieren. Fünf gute Sprünge – das ist unglaublich!”

Hoerl und embacher brillieren

Jan Hoerl eröffnete mit einem Sprung von 137,5 Metern, während der Olympia-Debütant Stephan Embacher in der zweiten Runde mit 139 Metern den weitesten Sprung des Wettbewerbs landete. “Mein erster Olympiasieg ist einfach unglaublich”, strahlte Embacher. “Es war ein großartiger Tag.”

Podiumsplätze und überraschungen

Nach der ersten Runde führte Österreich vor Slowenien, Polen, Deutschland und Japan. In der zweiten Runde schoben sich Polen auf den zweiten Platz und Norwegen auf den dritten, während Slowenien auf den fünften Rang zurückfiel. Besonders überraschend war die Leistung des polnischen Newcomers Kacper Tomasiak, der bereits eine Silbermedaille von der Normalschanze und Bronze von der Großschanze gewonnen hat.

Skandal und rehabilitation für forfang

Das norwegische Team bestand aus Johann André Forfang, der bereits 2018 in Pyeongchang Gold und Silber gewonnen hatte, und Kristoffer Eriksen Sundal. Forfang war im vergangenen Jahr in einen Skandal um manipulierte Anzüge verwickelt, der dem Ursprungsland des Skisports schadete. Er und sein Teamkollege Marius Lindvik wurden für drei Monate gesperrt, nachdem festgestellt wurde, dass ihre Anzüge manipuliert wurden, um die Flugweite zu erhöhen. Der Vorfall warf einen Schatten auf den norwegischen Skisport.

Knappe entscheidung und verpasste chancen

Vor der finalen Runde lagen Deutschland, Slowenien und Japan nur wenige Punkte hinter den Top Drei. Ren Nikaido aus Japan, der bei dieser Olympiade in jeder Skisprungdisziplin eine Medaille gewonnen hatte, landete einen Sprung von 138 Metern, der Japan auf das Podium hätte bringen können, wenn die Runde nicht abgebrochen worden wäre. Auch Ryoyu Kobayashi hätte noch einmal springen können. Domen Prevc aus Slowenien, der in dieser Saison dominant war, landete in dem schweren Schnee einen schwachen Sprung von 124,5 Metern. Philipp Raimund aus Deutschland, der bereits die Normalschanze gewonnen hatte, flog 136 Meter und übernahm die Führung.

Enttäuschung und die richtige entscheidung

Letztendlich reichte es für Deutschland nur zum vierten Platz. Domen Prevc bedauerte, dass er seine Medaillensammlung nicht erweitern konnte. Er gab aber zu, dass die Absage der Runde die richtige Entscheidung war. Das US-Team mit Kevin Bickner und Tate Frantz erreichte das Finale, beendete den Wettbewerb aber auf dem achten Platz.