Olympische winterspiele: skeleton-fahrer darf schwarzes armband tragen – helm-verbot umstritten

Streit um gedenken an ukrainische sportler

Cortina d'Ampezzo/Mailand – Der ukrainische Skeleton-Fahrer Wladyslaw Heraskewytsch darf bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d'Ampezzo zwar kein Gedenkhelm tragen, dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ist es aber gelungen, einen Kompromiss zu finden. Heraskewytsch hatte ursprünglich geplant, einen Helm mit Porträts ukrainischer Sportler zu tragen, die im Krieg ihr Leben verloren haben. Dieses Vorhaben wurde jedoch vom IOC untersagt.

Ioc begründet verbot mit richtlinien

Ioc begründet verbot mit richtlinien

Laut IOC-Sprecher Mark Adams verstoße der Helm gegen die Richtlinien des Komitees. Die Regel 50 der Olympischen Charta verbietet politische Äußerungen im Wettkampf. Das IOC habe jedoch Verständnis für Heraskewytschs Wunsch gezeigt und eine Ausnahme genehmigt: Er darf stattdessen ein schwarzes Armband tragen, um der Gefallenen zu gedenken. Adams betonte, dass das IOC immer wieder versuche, Ausnahmen von dieser Regel zu genehmigen.

Heraskewytschs enttäuschung und die reaktion selenskyjs

Heraskewytschs enttäuschung und die reaktion selenskyjs

Wladyslaw Heraskewytsch äußerte sich zunächst enttäuscht über die Entscheidung. Er hatte erklärt, dass ihm die Nutzung des Helms durch einen IOC-Offiziellen untersagt worden sei, was ihm „das Herz breche“. Unterstützung erhielt der Athlet vom ukrainischen Staatspräsidenten Wolodymyr Selenskyj, der die Geste als eine Ehrung der gefallenen Sportler lobte.

Der ursprüngliche plan: ein helm voller gesichter

Heraskewytsch hatte den Helm mit den Porträts der gefallenen Sportler bereits beim offiziellen Training getragen. Er wollte damit auf die Opfer des Krieges aufmerksam machen und den Preis zeigen, den die Ukraine täglich zahlt. Sein Ziel war es, den gefallenen Sportlern und ihren Familien seine Ehrerbietung zu erweisen und an die Helden zu erinnern, die ihr Leben verloren haben.

Kritik an der wachsenden rolle russlands im weltsport

Vor den Spielen hatte Heraskewytsch bereits seine Besorgnis über die wachsende Rolle russischer Vertreter im Weltsport zum Ausdruck gebracht. Er befürchtet, dass das IOC und kleinere Verbände zunehmend dem Druck Russlands nachgeben und die sportlichen Kriterien zugunsten politischer Interessen vernachlässigen. Er sprach von einem traurigen Gefühl, dass es nicht mehr um Fairness geht, sondern nur um die Rückkehr russischer Athleten.

Kompromiss als „gute lösung“

Das IOC bezeichnete die Einigung über das schwarze Armband als einen „guten Kompromiss“. Mark Adams betonte, dass Heraskewytsch weiterhin die Möglichkeit habe, sich außerhalb des Wettkampfs politisch zu äußern, beispielsweise in den sozialen Medien oder auf Pressekonferenzen. Die ersten Wertungsläufe im Skeleton sind für Donnerstag geplant.