Olympia-skibergsteigen überschattet: vorwürfe gegen verbandsfunktionäre
- Olympia-premiere im schatten schwerer vorwürfe
- Die vorwürfe von sophia weßling und felix gramelsberger
- Unzählige blutentnahmen und mangelnde hygiene
- Strafanzeige wegen körperverletzung und nötigung
- Interne dokumente des dav werfen fragen auf
- Rechtsgutachten bestätigt die vorwürfe
- Reaktion des dav und ausblick
Olympia-premiere im schatten schwerer vorwürfe
Während die Skibergsteiger bei den Olympischen Spielen 2026 in Mailand und Cortina ihre Premiere feiern, ziehen in Deutschland dunkle Wolken über dem Deutschen Alpenverein (DAV) auf. Im Fokus steht ein Sportdirektor, gegen den Strafanzeige gestellt wurde. Die Vorwürfe werfen ein dunkles Licht auf die Strukturen im deutschen Skibergsteigen und gefährden das Ansehen des Sports.

Die vorwürfe von sophia weßling und felix gramelsberger
Die Skibergsteigerin Sophia Weßling und ihr Kollege Felix Gramelsberger erhoben schwere Vorwürfe gegen Verantwortliche des DAV. Sie berichten von einem Klima der Angst und Repression, nachdem sie Missstände im Verband öffentlich kritisiert hatten. Als Konsequenz verloren sie ihre finanzielle Unterstützung und die Aussicht auf eine Teilnahme an den Olympischen Spielen, so ihre Aussage.

Unzählige blutentnahmen und mangelnde hygiene
Im Zentrum der Vorwürfe steht eine sogenannte Leistungsdiagnostik im April 2024 in Ruhpolding. Den Athleten soll dort bis zu 60 Mal Blut aus dem Ohrläppchen entnommen worden sein, teilweise durch ungeschultes Personal. Dabei seien grundlegende Hygienestandards missachtet worden, was ein erhebliches Infektionsrisiko darstellte. Weßling spricht von einer "wahnsinnigen Blutpanscherei".

Strafanzeige wegen körperverletzung und nötigung
Weßling und Gramelsberger haben bei der Staatsanwaltschaft Traunstein Strafanzeige gegen den ehemaligen Bundestrainer Maximilian Wittwer und den Skibergsteiger-Sportchef Hermann Gruber gestellt. Ihnen wird gefährliche Körperverletzung beziehungsweise Anstiftung dazu sowie Nötigung vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft hat die Anzeige bestätigt, ob ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird, ist noch offen.

Interne dokumente des dav werfen fragen auf
Interne Chatprotokolle und E-Mails des DAV, die der ARD vorliegen, deuten darauf hin, dass innerhalb des Verbandes Zweifel an der sportlichen Begründung für die Zurückstufung von Weßling und Gramelsberger bestehen. Ein Präsidiumsmitglied schreibt, es wirke eher nach einem Ausdruck "problematischer Machtstrukturen". Zudem attestierte der DAV dem Athleten Gramelsberger in einem internen Gutachten weiterhin Weltklassepotenzial, schloss ihn aber dennoch aus dem Kader aus.

Rechtsgutachten bestätigt die vorwürfe
Ein von der Kanzlei eines renommierten Sportjuristen erstelltes Rechtsgutachten stützt die Aussagen der Athleten. Es werden Anhaltspunkte für Körperverletzung, Nötigung und Beihilfe zur Körperverletzung gesehen. Der DAV betont, dass Verbesserungen in den organisatorischen Abläufen eingeleitet wurden, was für die Betroffenen jedoch zu spät kommt.

Reaktion des dav und ausblick
Der DAV verweist auf die Durchführung der Belastungstests durch externe Partner und betont, dass bei der Einbeziehung minderjähriger Athleten die entsprechenden Einwilligungs- und Betreuungsverfahren eingehalten wurden. Jedoch zeigen die vorliegenden Beweise ein anderes Bild. Der Fall wirft ein schlechtes Licht auf den deutschen Skibergsteigen und stellt die Frage nach der Transparenz und Integrität im Verband.
