Olympia-debatte um jutta leerdam: vorbildfunktion und medienboykott
Kritik an leerdams verhalten
Nachdem Jutta Leerdam während der Olympischen Spiele mehrere Medienanfragen ignorierte, haben sich ehemalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerinnen Ireen Wüst und Irene Schouten kritisch zu Wort gemeldet. Insbesondere Wüst äußerte im niederländischen Fernsehen des Senders NOS ihre Bedenken und appellierte an Leerdams Verantwortung als Vorbild im Eisschnelllauf.

Wüsts klare worte zur interviewpflicht
Ireen Wüst betonte, dass Interviews zum Job dazugehören. Obwohl Leerdam eine große Reichweite durch ihre eigenen Kanäle hat, müsse dies mit der Zusammenarbeit mit den Medien einhergehen. Sie argumentierte, dass Sponsoren und Medien voneinander abhängig sind, um den Eisschnelllauf populär zu halten. „Wenn man gar nicht mehr mit den Medien spricht, funktioniert das nicht“, so Wüst.
Vorbildfunktion im fokus
Wüst wies darauf hin, dass Leerdam aufgrund ihrer fünf Millionen Follower auf Instagram meinen könnte, keine Interviews zu benötigen. Sie betonte jedoch ihre Vorbildrolle. Sollten große Stars wie Leerdam keine Interviews mehr geben, würden andere Athleten nachziehen, was letztendlich zu einem Rückgang der medienöffentlichen Aufmerksamkeit führen könnte.
Schoutens einschätzung: geschichten brauchen eine plattform
Irene Schouten ergänzte, dass ohne die Zusammenarbeit mit den Medien keine Geschichten entstehen würden, und die Medien letztendlich das Interesse verlieren könnten. Diese Einschätzung unterstreicht die Bedeutung der Medienarbeit für die Popularität des Sports.
Leerdams umgang mit dem knöchel-thema
Auch die Diskussion um die Behandlung von Leerdams Knöchel mit einem Hammer wurde von Wüst kommentiert. Sie kritisierte, dass Leerdam das Thema öffentlich zur Schau stellte, obwohl sie wusste, dass alles gefilmt wurde und aus einer Kleinigkeit ein großes Problem gemacht werden könnte. Wüst riet, solche privaten Angelegenheiten im Verborgenen zu klären.
Protest des niederländischen journalistenverbands
Auslöser der Debatte war Leerdams Weigerung, vor ihrem 1000-Meter-Rennen mit der Presse zu sprechen. Der niederländische Journalistenverband (NSP) legte daraufhin offiziell Protest ein und bezeichnete ihr Verhalten als „unangemessen“ und „inakzeptabel“. Erst nach Gesprächen mit dem niederländischen Team erklärte sich Leerdam zu Interviews bereit.
Ioc-regeln und anhaltende diskussionen
Das Team betonte, dass Athleten gemäß den IOC-Regeln selbst entscheiden dürfen, ob sie während der Olympischen Spiele mit Medien sprechen. Dennoch sorgte der Vorfall – nach der bereits kritisierten Anreise per Privatjet – erneut für Diskussionen in den Niederlanden. Es bleibt abzuwarten, ob Leerdam in den kommenden Tagen wieder mit der Presse kommunizieren wird. Sie startet am Montag über 1000 Meter als Favoritin auf Gold, gefolgt vom 500-Meter-Rennen.
