Olympia 2036: hamburg scheitert – münchen, köln und berlin im rennen

Der Traum von Olympischen Spielen in Hamburg ist geplatzt. Nach dem Bürgerentscheid, der die Bewerbung im Norden torpediert hat, richtet sich der Blick des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) nun auf München, Köln/Rhein-Ruhr und Berlin. Ein herber Rückschlag für Bürgermeister Peter Tschentscher, der mit einem deutlich anderen Ergebnis gerechnet hatte.

Die entscheidung steht bevor: wer wird deutschlands kandidat?

Die entscheidung steht bevor: wer wird deutschlands kandidat?

Die Stimmung im DOSB ist dennoch gelassen, wenn auch leicht frustriert. Otto Fricke, der DOSB-Vorsitzende, betonte, dass die Bewerber nun alle Hände auflegen müssen, um ihre Konzepte bis kommenden Donnerstag überzeugend darzulegen. Eine Evaluierungskommission, bestehend aus Vertretern des organisierten Sports und der Politik – darunter Sportministerin Christiane Schenderlein – wird die Unterlagen prüfen und dem DOSB-Delegierten vor der Mitgliederversammlung am 26. September in Baden-Baden eine Empfehlung geben. Die Frage ist: Kann München, das bereits 1972 Austragungsort war, seine Strahlkraft erneut nutzen? Oder haben Köln/Rhein-Ruhr mit ihrem dichten Infrastrukturverbund die Nase vorn?

Doch was bedeutet das Scheitern Hamburgs für die Chancen Deutschlands auf die Ausrichtung der Olympischen Spiele? Thomas Weikert, der DOSB-Präsident, sieht darin keinen Rückschritt. Die breite Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland unterstützt weiterhin Olympische und Paralympische Spiele – eine Tatsache, die bei der Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) eine wichtige Rolle spielen wird. Allerdings ist die öffentliche Rückendeckung entscheidend, und hier scheinen München und NRW, die ihre Referenden mit deutlichen Mehrheiten gewannen, im Vorteil zu sein. Berlin, das auf eine Bürgerbefragung verzichtet hat, muss sich nun mit dieser Schwäche auseinandersetzen.

Die Bilanz der Referenden in Deutschland spricht eine deutliche Sprache: Von 19 abgehaltenen Voten sprachen 17 dafür aus, Olympische Spiele auszurichten. Das Ergebnis in Hamburg bricht diese positive Tendenz, doch Fricke sieht die Aussichten für 2036, 2040 oder 2044 weiterhin als „recht gut an“. Der IOC wird die Spiele voraussichtlich erst im kommenden Jahr vergeben, was den Bewerbern noch Zeit gibt, ihre Konzepte zu verfeinern und die Bedenken der Bevölkerung auszuräumen. Die Frage, die nun brennt: Wer wird die deutsche Antwort auf diese Herausforderung geben?

Die Entscheidung ist gefallen: Hamburg ist raus. Die Frage ist nicht, ob Deutschland Olympische Spiele ausrichten kann, sondern wer diese Spiele am besten präsentieren wird. Und das Rennen ist noch lange nicht entschieden.