Olympia-traum platzt: hamburg sagt erneut nein!

Ein Schock für den deutschen Sport: Hamburg hat bei der heutigen Volksabstimmung erneut gegen eine Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele entschieden. Die Entscheidung wirft Fragen nach der Zukunft deutscher Olympia-Ambitionen auf und lässt den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) mit leeren Händen zurück.

Die zahlen sprechen eine deutliche sprache

Nach Auszählung der Stimmen zeigte sich eine klare Mehrheit gegen die Olympia-Pläne. Von den 1.315.800 stimmberechtigten Bürgern gingen 652.193 Stimmen gegen die Bewerbung ein, was einer Wahlbeteiligung von 49,5 Prozent entspricht. Bürgermeister Peter Tschentscher, der sich vehement für ein „Ja“ eingesetzt hatte und dabei auf das nachhaltige Konzept und die kurzen Wege verwiesen hatte, muss nun die Konsequenzen ziehen. Die Stimmung im Volk war eindeutig: Olympia kam hier nicht an.

Es ist nicht das erste Mal, dass Hamburg eine Olympia-Bewerbung scheitern lässt. Bereits 2015 platzte der Traum von den Spielen an der Elbe durch ein ähnliches Referendum. Die Erinnerungen an die damaligen Debatten über Kosten und Nutzen sind noch frisch, und offenbar haben sich die Bedenken der Bevölkerung seitdem nicht wesentlich verändert.

Lo que niemand so offen ansprach: Der hohe finanzielle Aufwand und die damit verbundene Belastung für die Stadt. Während Tschentscher die Vorteile hervorhob, sahen viele Bürger die Risiken als zu groß an. Die Angst vor leeren Kassen nach den Spielen und dem Verlust von Lebensqualität ist offenkundig stärker als die Sehnsucht nach dem Glanz und Glamour der Olympischen Bewegung.

Dosb sucht neue hoffnungsträger

Dosb sucht neue hoffnungsträger

Für den DOSB bedeutet das Hamburger „Nein“ eine Zäsur. Die Suche nach einem geeigneten Standort für eine zukünftige Bewerbung geht weiter. München, Berlin und die Rhein-Ruhr-Region mit Köln buhlen nun um die Gunst des DOSB. Am 26. September entscheidet die Mitgliederversammlung in Baden-Baden über die weitere Strategie. Wird es klappen, einen Standort zu finden, der die Begeisterung des Volkes wecken kann?

Die Entscheidung in Baden-Baden wird entscheidend sein. Der DOSB muss zeigen, dass er aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat und ein überzeugendes Konzept für eine deutsche Olympia-Bewerbung vorlegen kann. Andernfalls drohen die deutschen Sportler und Sportlerinnen, bei den Olympischen Spielen 2036, 2040 und 2044 leer auszugehen.

Die gescheiterte Bewerbung Hamburgs ist ein deutliches Signal an den Internationalen Olympischen Komitee (IOC): Die Zeiten, in denen Olympische Spiele ohne breite öffentliche Unterstützung durchgesetzt werden konnten, sind vorbei. Die Bürger wollen mitbestimmen und haben eine Stimme – und die Hamburger haben diese Stimme heute lautstark genutzt.