Okafor raus, okafor rein: yakin zieht die notbremse
Noah Okafor war gestrichen, nun ist er doch dabei – Murat Yakin muss sich innerhalb von 48 Stunden umentscheiden. Filip Ugrinic fällt mit einer Oberschenkelzerrung aus, der Leipziger rückt nach. Die Ironie: Erst war Okafor wegen angeblicher Einstellungsprobleme außen vor, jetzt rettet ihn genau diese Härte des Kaders.

Ein gespräch im januar, ein satz im märz
Der Coach hatte es offiziell gemacht: „Ich hatte mit ihm geplant, leider ist er aber verletzt.“ Der Satz klang wie ein Schlussstrich. Doch das Comeback von Leeds am Wochenende kam zu schnell – und die Schweizer Offensive zu dünn. Yakin muslte handeln, statt weiter zu warten. Die Message an den 23-Jährigen: Zeige es auf dem Platz, nicht in Interviews.
Okafor selbst schwieg bisher zu seiner Auszeit. In der Kabine wissen Kollegen, dass er die Nicht-Nominierung mit stoischer Ruhe weggesteckt hat. Er trainierte individuell, verzichtete auf öffentliche Kritik. Genau diese Professionalität könnte ihm jetzt den Vorstoß zur WM 2026 sichern – vorausgesetzt, er nutzt die Minuten gegen Deutschland und Norwegen.
Die Uhr tickt. Mit Ugrinic, Embolo und Itten ist die Konkurrenz zwar verletzt, aber nicht weg. In drei Monaten steht die Quali auf dem Programm. Wer heute nicht liefert, fliegt beim nächsten Lehrgang wieder raus. Für Okafor ist dieses Double-Header kein Test, sondern eine Endrunde im Miniaturformat.
Für Yakin ist die Nachnominierung ein Risiko mit Ansage. Er zeigt: Ein Kaderplatz ist kein Geschenk, sondern ein Prozess. Und manchmal folgt auf ein hartes Gespräch eben auch eine zweite Chance. Ob Okafor sie nutzt, entscheidet sich in 180 Minuten. Danach reden wieder Tore, nicht Absagen.
