Ogunleye knallt in torun gegen die wand – 29 cm fehlen zum edelmetall

Yemisi Ogunleye sprang, landete – und biss sich auf die Lippe. 19,46 Meter, der fünfte Platz, das war nicht der Plan. Die Kugel lag in der Arena von Torun, doch die Medaille blieb in der Truhe der US-Amerikanerin Chase Jackson, die mit 20,14 Meter alles wegputzte.

Die Hallen-WM hatte für Deutschlands Olympia-Heldinnen kein Happy End. Die 27-Jährige war mit der drittbesten Weite des Jahres angereist, 20,37 Meter hatte sie in Dortmund auf die Tartan-Bahn gebrüllt. Dort kursierte noch das Motto: „Medaille nie ausgeschlossen.“ In Polen wurde daraus eine Büroklammer an der Scoreboard-Zeile mit 19,46 – 29 Zentimeter Luft nach Bronze.

Der erste stoß war ein vorgeschmack – danach kam nichts

Trainer Thomas Kaufenberg schüttelte nach dem zweiten Versuch schon die Arme. Der Anlauf klappte, der Hüftstoß ebenfalls, aber die Kugel flog nicht. Ogunleye stemmte sich, verlor rhythmisch den Anschluss, die Konkurrenz zog vorbei. Sarah Mitton sicherte Kanada Silber mit 19,78 Meter, die Schwedin Axelina Johansson griff sich mit 19,75 Meter Bronze. Nur 29 Zentimeter – so wenig, wie ein Tennisball groß ist.

Die Niederlage schmerzt doppelt, weil sie letztes Jahr in Glasgow noch Silber geholt hatte. Dort war sie die Überraschung, hier die Erwartung. Die Hallen-Saison ist vorbei, draußen wird es wärmer, die Ringe draußen größer. Für Ogunleye beginnt jetzt die Außen-Saison, wo die Kugel eine andere Flugkurve hat und die Medaillen aus Metall, nicht aus Traum-Materialien bestehen.

Robert farken läuft sich in die sackgasse

Robert farken läuft sich in die sackgasse

Ein anderer deutscher Medaillenkandidat verpasste schon den Endlauf. Robert Farken, 28 Jahre jung, lief 3:41,79 Minuten über 1500 Meter – Platz fünf im Vorlauf, das Finale am Sonntag nur noch als Zuschauer. Die Leipziger Lunge schien kurz vor dem roten Knopf zu stehen, doch die Konkurrenz war schneller. Sein Saisonziel steht im Sommer, wenn die Bahnen draußen glühen und die Zeit stoppt, nicht das Ranking.

Katharina Maisch vom LV 90 Erzgebirge landet auf Rang zehn mit 18,56 Meter – ein Schritt, aber kein Sprung. Das deutsche Team reist mit 14 Athleten nach Hause, ohne Medaille, aber mit Daten. Daten, die Trainer in den nächsten Wochen zu neuen Plänen verarbeiten. Malaika Mihambo hatte schon vorher abgesagt – sie will im Sommer fliegen, nicht in der Halle kleben bleiben.

Die Bilanz: null Medaillen, zwei verpasste Podeste, ein Haufen Lehren. Die Kugel rollt weiter – draußen, wo der Wind pfeift und die Weiten wachsen. Für Ogunleye tickt jetzt die Uhr Richtung Paris 2027. 29 Zentimeter sind keine Welt, aber ein Spiegel.