Öfb und orf verlängern bis 2030 – frauenfußball profitiert am stärksten

Der österreichische Fußball bleibt im Free-TV. ÖFB und ORF haben ihre Partnerschaft bis zur Saison 2029/30 verlängert – und das Rechtepaket, das dabei herausgekommen ist, lässt sich sehen. Kein Abo, kein Streaming-Zwang, kein Bezahlsender. Österreichischer Fußball für alle.

Was der neue vertrag wirklich bedeutet

Das Paket umfasst sämtliche Spiele des UNIQA ÖFB Cups der Männer – mindestens 15 Partien pro Saison live im ORF. Dazu kommen alle Heimspiele der österreichischen Nachwuchs-Nationalteams, wobei die U21 garantiert live übertragen wird. Wer junge Talente auf dem Weg nach oben beobachten will, bekommt genau das – kostenlos auf dem Sofa.

Besonders bemerkenswert ist die Gewichtung im Frauenfußball. Mindestens 24 Spiele der ADMIRAL Frauen Bundesliga pro Saison werden live gezeigt, dazu mindestens vier Partien des ÖFB Frauen Cups. Das sind keine Symbolzahlen. Das ist ein klares Bekenntnis zu einem Bereich, der in Österreich lange stiefmütterlich behandelt wurde.

Pröll und weißmann – zwei männer, eine botschaft

Pröll und weißmann – zwei männer, eine botschaft

Josef Pröll, Aufsichtsratsvorsitzender des ÖFB, bringt es auf den Punkt: Sichtbarkeit ist die Grundlage für Begeisterung. Kein Satz hätte es besser treffen können. Wer nicht gesehen wird, existiert im medialen Bewusstsein schlicht nicht – und genau das war lange das Problem des Frauenfußballs in diesem Land.

Roland Weißmann, Generaldirektor des ORF, verweist auf die kürzlich verlängerten Ski-Rechte mit dem ÖSV und macht damit deutlich, wohin der Sender steuert: zurück zu seiner Kernaufgabe als öffentlich-rechtlicher Medienpartner des heimischen Sports. Das ist kein Zufall. Das ist Strategie.

Planungssicherheit als stilles fundament

Planungssicherheit als stilles fundament

Sechs Jahre Vertragslaufzeit geben Vereinen, Verbänden und Spielerinnen etwas, das im modernen Medienbetrieb selten geworden ist: Verlässlichkeit. Sponsoren können langfristig kalkulieren, Talente wissen, dass ihre Spiele ein Publikum erreichen, und der ÖFB kann strukturell wachsen, ohne jede Saison neu um Sendezeit zu verhandeln.

Die Zahlen sprechen für sich. Mindestens 43 Live-Übertragungen pro Saison allein im Frauen- und Nachwuchsbereich – das ist kein Feigenblatt, das ist ein Programm. Österreichischer Fußball hat sich seinen Platz im öffentlich-rechtlichen Fernsehen nicht nur gesichert. Er hat ihn ausgebaut.