Formel 1 2026: mercedes startet als geheimfavorit, aston martin im chaos
Melbourne, Sonntag, 5 Uhr morgens – und die Formel 1 dreht eine neue Seite auf. Komplett neue Autos, ein umstrittenes Regelwerk, ein Motor-Trick, der die FIA in helle Aufruhr versetzt hat. Ich sage es direkt: Diese Saison wird anders. Nicht weil alle das behaupten, sondern weil die Testfahrten in Barcelona und Bahrain Dinge gezeigt haben, die man so nicht erwartet hatte.
Mercedes hat einen trick – und darf ihn noch bis august behalten
Das ist die Geschichte hinter der Geschichte. Mercedes hat bei der Motorenentwicklung mit dem Verdichtungsverhältnis gespielt – ein technischer Kniff, der so viel Unruhe gestiftet hat, dass die FIA die Regeln noch vor Saisonbeginn angepasst hat. Aber erst ab 1. August. Bis dahin fährt Mercedes mit einem Vorteil, den kein anderes Team so schnell replizieren kann. Dazu ein sauber abgestimmtes Aerodynamik-Paket. Das reicht für eine klare Einschätzung: Mercedes ist der Favorit – nicht nur für Melbourne, sondern für den Gesamttitel.

Ferrari träumt wieder – und diesmal ist es kein traum
Was lange wie eine Fußnote der Formel-1-Geschichte wirkte, nimmt plötzlich Gestalt an. Ferrari überzeugte mit einem cleveren Heckflügel-Trick, mit blitzsauberen Startsequenzen und – das ist der entscheidende Punkt – mit absoluten Bestzeiten in der finalen Testwoche. Charles Leclerc und Lewis Hamilton sammelten Runden, als gäbe es kein Morgen. Im Longrun liegt wohl Mercedes noch einen Tick vorne. Aber der Abstand ist so gering, dass man ihn kaum messen kann.

Mclaren, red bull und das mittelfeld: enger als gedacht
McLaren fiel bei den Tests fast durch Unauffälligkeit auf – kein einziges größeres Problem, Motor läuft, Aerodynamik stimmt. Lando Norris und Oscar Piastri sind ein Fahrerduo, das auf jeder Strecke gefährlich ist. Trotzdem lag McLaren selten ganz vorne. Das ist kein Alarmzeichen, aber ein Fragezeichen.
Red Bull hat mit dem gemeinsam mit Ford entwickelten Motor ein starkes Gesamtpaket zusammengestellt. Und dann sitzt da noch immer Max Verstappen im Cockpit – ein Mann, der in der vergangenen Saison bewiesen hat, dass er Defizite seines Autos mit schlichter Überlegenheit ausgleichen kann. Viertplatziert im Ranking, aber niemals abzuschreiben.
Haas überraschte positiv: viele Runden, starke Zeiten, Esteban Ocon und Oliver Bearman als eingespieltes Duo. Alpine mit neuem Motorenlieferanten Mercedes könnte ebenfalls für Aufsehen sorgen. Der Kampf um den besten Rest des Feldes verspricht Spannung über die gesamten 24 Rennen.

Audi ist da – und zeigt solides potenzial
Streng genommen ist Audi kein kompletter Neuling – die Sauber-Strukturen sind gewachsen, die Mannschaft erfahren. Mit Nico Hülkenberg, Gabriel Bortoleto, Direktor Mattia Binotto und Teamchef Jonathan Wheatley haben die Ingolstädter ein Paket zusammengestellt, das im Mittelfeld angreifen kann. Die Testtage verliefen solide. Kein Triumph, aber auch kein Desaster.
Cadillac und Williams kämpfen noch mit sich selbst. Die Amerikaner brauchen Zeit, die Briten haben Entwicklungsrückstand – aber immerhin Alexander Albon und Carlos Sainz Jr. im Cockpit, dazu Mercedes-Motoren. Schlimmeres wäre denkbar.

Aston martin: wenn ein desaster einen namen bekommt
Und dann ist da Aston Martin. Kein Fahrer konnte in der Vorbereitung auch nur eine vollständige Renndistanz absolvieren. Der neue Honda-Motor streikt, das selbst entwickelte Getriebe ebenso. Selbst die Handschrift von Star-Ingenieur Adrian Newey kann über diese strukturellen Probleme nicht hinwegtäuschen. Wenn die grünen Boliden in Melbourne überhaupt die Ziellinie sehen, wäre das bereits eine Überraschung. Das ist kein Pessimismus – das ist Arithmetik.
Die Saison endet am 6. Dezember in Abu Dhabi. Bis dahin hat Mercedes 24 Rennen Zeit, seinen Vorsprung zu verteidigen. Und alle anderen haben 24 Rennen Zeit, ihn zu zerstören.