Odgaard trifft in der nachspielzeit: bologna schlägt pisa 1:0

Es war ein einziger Moment, der alles entschied. Jens Odgaard, 25 Meter vom Tor entfernt, nimmt sich die Kugel, zieht mit links ab und schickt sie unhaltbar in den Winkel. 90+1. Minute. Pisa-Keeper Nicolas fliegt, greift ins Leere. Bologna gewinnt 1:0 beim Tabellenletzten und hält die Jagd auf die obere Hälfte der Serie A am Leben.

Ein abend, der pisa einmal mehr in die knie zwingt

Die Zahlen sind brutal. 16 Spieltage ohne Sieg für die Hausherren. Nur ein einziger Dreier in der gesamten Saison. Und das, obwohl das Team von Trainer Hiljemark an diesem Abend alles andere als chancenlos war. Skorupski stand im Mittelpunkt des Geschehens wie ein Fels: In der zweiten Hälfte parierte der Bologna-Keeper einen Kopfball von Moreo, einen Schuss von Piccinini und eine weitere Großchance der Pisaner in Serie. Ohne ihn wäre die Geschichte eine andere gewesen.

Dabei hatte Pisa sogar den Pfosten auf seiner Seite. In der 35. Minute zog Castro nach einem feinen Zuspiel von Moro ab, der Ball klatschte ans Aluminium. Ein Zentimeter weiter rein, und der Abend hätte eine vollkommen andere Richtung genommen. So aber blieb es beim 0:0 zur Pause, einem Ergebnis, das die Kräfteverhältnisse auf dem Rasen ehrlicher widerspiegelte als die Tabelle es vermuten ließ.

Odgaard trifft, wie er es schon im hinspiel tat

Odgaard trifft, wie er es schon im hinspiel tat

Dass ausgerechnet Odgaard den Unterschied macht, hat eine gewisse Logik. Schon im Hinspiel im Dall'Ara traf der dänische Mittelfeldspieler gegen Pisa. Jetzt also wieder. Sein fünfter Saisontreffer, erzielt mit dem linken Fuß aus der Distanz, in der letzten Sekunde der regulären Spielzeit. Trainer Italiano hatte ihn in der 63. Minute eingewechselt, gemeinsam mit Orsolini, als Bologna mehr Kontrolle und Qualität brauchte. Die Rechnung ging auf, wenn auch erst in allerletzter Not.

Das Spiel selbst war alles andere als ein Schaufenster für schönen Fußball. Grob, zäh, mit vielen Unterbrechungen. Vitik musste nach einem Treffer ins Gesicht in der 20. Minute vom Platz. Castro vergab in der 23. Minute freistehend kläglich. Zortea verlor reihenweise Bälle. Bologna wirkte über weite Strecken ideenlos, Pisa dagegen kämpfte mit allem, was es hatte.

Die pisaner kurve sang bis zum schluss

Die pisaner kurve sang bis zum schluss

Bemerkenswert war die Reaktion der Heimfans. Keine Pfiffe, kein Protest. Die Pisaner Kurve stand hinter ihrer Mannschaft, auch als die Hoffnung in der Nachspielzeit zerplatzte. Das ist in dieser Saison keine Selbstverständlichkeit, wenn man bedenkt, wo die Nerazzurri stehen: Tabellenletzte, mit einer Handvoll Punkte und immer weniger Spieltagen, um das Ruder herumzureißen.

Bologna dagegen atmet wieder durch. Fünf Siege aus den letzten sechs Pflichtspielen, ein Team, das unter Italiano seinen Rhythmus gefunden hat. Der Abstand zu den ersten sieben der Liga schmilzt. Odgaard hat dafür gesorgt, dass der Zug noch fährt. Pisa hingegen steht mit einer Partie weniger da und schaut von unten nach oben, wo die Luft immer dünner wird.