Null-siege, null panik: rösch sieht deutsches biathlon-frauen-trotzpotenzial

Sieglos bis zur letzten Patrone – und trotzdem glüht Michael Rösch vor Optimismus. Der Olympia-Sieger von 2018 hört kein Stöhnen, sondern ein Klicken. „Das Potenzial ist da“, sagt er im Podcast Extrarunde, „nur müssen wir endlich die Stellschrauben festziehen.“

Janina, selina, julia – namen statt niederlagen

Janina Hettich-Walz, Selina Grotian, Julia Tannheimer, Vanessa Voigt: Für Rösch sind das keine Statisten einer verpatzten Saison, sondern die Protagonisten der nächsten. Der 38-Jährige zählt keine Podestplätze, sondern Schüsse, die sitzen könnten. „Bei Franzi Preuß lief alles quer, bei Vanessa krachte es hinten und vorne rein – Pech, mehr nicht.“ Die Botschaft: Zufall regiert, nicht Talentmangel.

Das DSV-Frauen-Team verließ diesen Winter die Arena ohne Weltcup-Sieg – historisch, aber nicht irreversibel. Rösch redet lieber von Marlene Fichtner, zweimal Top Six, und von Julia Kink, „die sich endlich traut“. Sein Credo: „Gib denen zwei, drei Jahre, dann klettert Deutschland wieder in die Spitzenten.“

Norwegen ist weg, aber nicht wegweisend

Norwegen ist weg, aber nicht wegweisend

Die norwegische Armada? Abgehängt. Frankreichs Frauen? Aufgeschlossen. „Wir sind nicht stehen geblieben“, sagt Rösch, „wir wurden nur überholt.“ Die Lücke misst er nicht in Punkten, sondern in Prozessen: Schießtraining, Mental-Coaching, Material-Logik. Bernd Eisenbichler, neuer Sportdirektor, zieht schon die erste Konsequenz: Kristian Mehringer und Sverre Olsbu Röiseland müssen gehen, die Nachfolge steht offen. Rösch nickt: „Manchmal muss man die Bahn wechseln, um Tempo aufzunehmen.“

Die Saison war ein Rohrkrepierer, aber kein Todesstoß. Die deutschen Biathletinnen haben nicht verlernt zu treffen – sie haben verlernt zu glücken. Rösch zuckt mit den Schultern: „Glück lässt sich nicht erzwingen, aber Vorbereitung schon.“ Die nächste Schneekristall-Saison beginnt in sechs Monaten. Wer jetzt aufgibt, verpasst den Reset-Knopf.