Norwegen dominiert premiere: deutsche sprinter holen medaille beim ersten mixed-team-weltcup

Lahti – Die Skisprung-Ski-Welt bebt. Norwegens Kombinierer Jens Luraas Oftebro und Ida Marie Hagen liefen die Konkurrenz beim ersten Mixed-Teamsprint der Geschichte regelrecht über den Schneefließ. Deutsche Farben auf dem Podest? Nur dank eines Kraftakts von Johannes Rydzek und Nathalie Armbruster, die sich nach Sprint und Schweiß Platz drei erkämpften – 25,1 Sekunden hinter dem unwiderstehlichen Duo aus dem hohen Norden.

„Ich habe mitgezittert“ – rydzek feiert armbrusters endspurt

Die 20-jährige Armbruster preschte in ihrer Schlussphase noch an drei Teams vorbei. „Ich war wahnsinnig nervös. Ich wollte unbedingt, dass wir mit einem Podestplatz rausgehen“, sagte sie nach dem Ziel im ZDF-Mikro, Atem noch sichtbar in der klaren finnischen Luft. Neben ihr: der 34-jährige Routinier Rydzek, der nach 14 Jahren Altersunterschied wie ein stolzer oder besorgter Vater wirkte. „Ich habe mitgezittert. Nathalie hat das unglaublich gut gemacht.“

Die beiden hatten sich nach soliden Sprüngen zunächst auf Rang vier wiedergefunden. Auf der Loipe schalteten sie gemeinsam einen Gang höher, Rydzek zog, Armbruster konterte – ein Aufholjagd, die Lahti zum Kochen brachte.

Finnisches heimspiel versilbert – zweites deutsches duo landet abseits

Finnisches heimspiel versilbert – zweites deutsches duo landet abseits

Dahinter sicherten sich Ilkka Herola und Minja Korhonen dem Publikum zuliebe Silber (+18,8 Sekunden). Bronze ging an Deutschland – doch das zweite deutsche Team um Vinzenz Geiger und Ronja Loh musste sich mit Platz elf begnügen. Die 14 Teams im Feld zeigten, wie schnell sich das Format entwickelt.

„Schön, dass es diese Wettkämpfe gibt. Das schweißt zusammen und ist richtig cool“, bilanzierte Männer-Bundestrainer Eric Frenzel. Auch Frauen-Coach Florian Aichinger zeigte sich erleichtert: „Das war ein extrem spannendes Rennen. Ich freue mich sehr für die zwei.“

Sturz in mailand und kreuzbandriss – die schattenseiten der neuen disziplin

Sturz in mailand und kreuzbandriss – die schattenseiten der neuen disziplin

Denn die Mixed-Variante ist alles andere als ungefährlich. In Mailand hatte Geiger kurz vor Olympia-Premiere einen Sturz, der eine Medaille vereitelte. Und nur einen Tag vor Lahti riss sich Team-Weltmeister Wendelin Thannheimer das Kreuzband – monatelange Pause. Jenny Nowak fiel krank aus. Die neue Disziplin fordert ihren Tribut.

Ob sie 2030 in den olympischen Kader rutscht, entscheidet sich in den nächsten Monaten. Die Veranstalter drängen, die Athleten sind begeistert, die Zuschauer lieben den Show-Faktor. Die Uhr tickt. Wer bis dahin schneller sprintet, höher springt und länger durchhält, wird Geschichte schreiben – oder eben nur Silber holen, wenn Norwegen wieder seine Superstars auflässt.