Magdeburg schaltet nach barcelona-blues run: hannover soll die rechnung bezahlen

Es ist halb drei in der Nacht, als Bennet Wiegert die Kabinentür aufreißt. Kein Lamento, keine Selbstpity-Rede nach dem 29:36 gegen Barça. Stattdessen ein Satz, der bis Sonntag durch die Getec-Arena hallt: „Jetzt wird Hannover verkloppt.“

Warum für wiegern hannover wichtiger ist als der fc barcelona

Der SCM-Coach redet nicht drum herum. Champions League ist schön, aber die Meisterschaft ist sein Lebenswerk. 2022 und 2024 holte er mit Magdeburg den Titel, 2025 soll die Triple-Krone her. Deshalb sagt er laut ins Mikro, was intern schon länger Kultur ist: „Für mich persönlich hat Hannover gerade höhere Priorität als Barcelona.“ Eine Ansage, die seine Spieler kurz schlucken lässt, dann aber Feuer fängt.

Die Zahlen liefern ihm recht. Magdeburg führt die Tabelle mit 46:8 Punkten, hat schon neun Siege mehr als die Recken. Doch im Hinspiel in der Swiss Life Hall stand es zur Pause 8:8 – ein Bollwerk aus sieben Metern. Wiegert hat die Videoanalyse noch im Laptop: 42 Minuten Feldblock, 17 Ballverluste nach technischen Fehlern. „Wenn wir so starten wie damals, knallt es“, warnt er.

Die recken reisen mit geheimwaffe an

Die recken reisen mit geheimwaffe an

Hannover ist Tabellenneunter, aber mit Pump im Gepäck. Linksaußen Lukas Blohme traf in den letzten drei Partien 24 Mal, Torjäger Mikael Aggefors hält seit fünf Spielen 36 % plus. Trainer Florian Kehrmann rotiert seine 3-2-1-Deckung, um Gísli Þorgeir Kristjánsson und Felix Claar aus der Mitte zu drängen. Seine Devise: „Magdeburg ist groß, aber nicht unbesiegbar.“

Für die Fans in der Arena wird es ein Kälteschock. Gegen Barça brüllten 6.800 Kehlen, am Sonntag sind es nur 4.200 – Restkarten gibt’s ab 15 Euro. Die Verantwortlichen haben extra die Handball-Kirmes abgesagt, stattdessen läuft „Hymne der Hymnen“ vor dem Anwurf: ein Medley aller Vereinslieder, damit die Lunge wieder warm wird.

Wiegert selbst wird seine Startformation bis warm verkünden. Klar ist: Philipp Weber wird wieder als Spielmacher beginnen, Máté Lékai darf sich nach Muskelfaser-Erkrankung auskurieren. Die größte Frage markiert Kreisläufer Tim Hornke, der gegen Barça mit Handgelenksproblemen durchspielte. „Er spielt, er muss“, sagt der Coach lapidar.

Anpfiff ist um 15:00 Uhr, live auf WELT TV und im Stream bei BILD.de. Die Siegquote für Magdeburg liegt bei 1,18 – ein Wert, der bei Wiegert nur ein Achselzucken auslöst. „Quoten interessieren mich nicht. Ich will drei Punkte und dann Ruhe bis Montag.“

Die Saison hat 34 Spieltage, aber der Trainer weiß: Verliert seine Mannschaft am Sonntag, wird die Meisterschaft plötzlich zur Achterbahn. Deshalb bleibt seine letzte Ansage kalt und kurz: „Wenn wir Hannover unterschätzen, bekommen wir den Arsch geblasen. Punkt.“