Norris knackt antonelli und schlägt in miami zurück

Lando Norris hat den zweiten Sprint des Jahres angezündet. Mit 1:27,869 Minuten rauschte der amtierende Weltmeister im überarbeiteten McLaren durch die Neon-Architektur von Miami Gardens und schnappte sich die Pole Position. Hinter ihm landete Kimi Antonelli – der 19-jährige WM-Leader musste sich mit Rang zwei begnügen.

Mclaren schaltet einen gang früher

Die Stoppuhr lügt nicht. Nach fünf Wochen Zwangspause – Saudi-Arabien und Katar fielen den Konflikt in der Golfregion zum Opfer – kam der MCL40 frisch rasiert daher. Neue Seitenkästen, ein umgebastelter Diffusor, ein Software-Update für die Hybrid-Speicherung. Ergebnis: Norris war zwei Zehntel schneller als Antonelli, vier vor Teamkollege Oscar Piastri. „Das Auto beißt sofort ein, keine Wartezeit“, jubelte der Brite über Funk, noch bevor er ausstieg.

Die Konkurrenz schaute betreten. Charles Leclerc hatte das einzige Training noch dominiert, vermasselte sich im Q3 aber die Reifenvorbereitung und landete nur auf vier. Max Verstappen, viermaliger Champion, schlurfte mit seinem Red Bull auf fünf – ein halber Sekundenrückstand, den selbst Adrian Newey so schnell nicht erklären kann. „Wir schieben zu viel Abtrieb durch die Kurven, aber ich weiß noch nicht, warum“, sagte der Niederländer und schob die Kappe ins Gesicht.

Regel-flickwerk bringt sprit zurück

Regel-flickwerk bringt sprit zurück

Die Technikkommission nutzte die Winterpause, um den Ärger über die neuen Hybrid-Aggregate zu dämpfen. Weniger Energie pro Runde bedeutet: Die Piloten können länger Vollgas geben, statt wie Öko-Coach elektrisch zu sparen. Genau das zeigte sich in Miami. Geschwindigkeiten von über 340 km/h auf der Start-Ziel-Gerade, kein Fahrer musste in den „Harvest-Mode“ umschalten. „Endlich wieder richtig jagen“, sagte George Russell, der sich im zweiten Mercedes auf sechs rettete – vor dem Altmeister Lewis Hamilton.

Die großen Verlierer des Tages tragen die vier Ringe. Nico Hülkenberg startet als Zwölfter, Teamkollege Gabriel Bortoleto als Elfter – für Audi reicht es aktuell nur zur Rolle des Statisten. „Wir haben Downforce verloren, aber noch keine Ahnung, wo“, gestand Ingenieur-Leiter James Key. Die Datenanalyse dauert bis tief in die Nacht.

Sprint heute, k.o.-spiel morgen

Sprint heute, k.o.-spiel morgen

Samstag um 22:00 Uhr MESZ fliegt der Sprint über 19 Runden – ein kleines Finale vor dem Großen. Danach folgt direkt das Qualifying für den Hauptrennen. Wegen eines herannahenden Gewitters könnte die Rennleitung den Start von Sonntag auf Samstagabend vorziehen. „Wir packen Regenreifen ein, nur für den Fall“, sagte Norris und grinste. „Aber ich will ohnehin nur nach vorn schauen.“

Die Frage ist nicht, ob McLaren zurück ist. Die Frage ist, wie lange Antonelli und Mercedes die Scharte noch offenhalten können. 42 Punkte Vorsprung in der WM klingen nach viel – bei 24 noch ausstehenden Rennen ist das ein Handtuch, kein Kissen.