Sensationell! thun krönt sich zum schweizer meister!

Ein Märchen geht in Erfüllung: Der FC Thun ist Schweizer Meister! Nach 127 Jahren Vereinsgeschichte, verpassten Chancen und enttäuschenden Niederlagen krönt sich das Team aus dem Oberland Bern mit einem überraschenden, aber wohlverdienten Titel zum Champion der Super League. Die Entscheidung fiel am Sonntag in der Stockhorn Arena, als der St. Galler FC gegen Sion patzte – ein Geschenk, das Thun dank seiner konstanten Leistung nun annimmt.

Von der kampfmannschaft zur überraschungsmannschaft

Die Saison begann für Thun mit bescheidenen Zielen: den Klassenerhalt. Niemand hätte erwartet, dass das Team mit dem zweitkleinsten Budget der Liga so eine dominante Rolle spielen würde. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, inklusive zwei Niederlagen gegen Lugano und Basel, fand Thun seinen Rhythmus. Die Mannschaft entwickelte eine beeindruckende Heimstärke und bewies auch auswärts Widerstandsfähigkeit. Ein Wendepunkt war die Phase zwischen der achten und neunten Runde, als Thun gegen Young Boys und Basel verlor – anstatt einzubrechen, übernahm man die Tabellenführung und gab sie bis zum Schluss nicht mehr ab.

12 Siege in den letzten 13 Spielen der regulären Saison sprechen eine deutliche Sprache. Thun übertraf alle Erwartungen, erzielte die meisten Tore und kassierte die wenigsten Gegentreffer. Vor Wochen, sogar vor Beginn der Meisterschaftsrunde, wurde Basel bereits mit 3:1 im Stockhorn geschlagen – ein Vorgeschmack auf das, was kommen würde. Der Patzer des ärgsten Verfolgers machte den Titel dann rechnerisch perfekt.

Ein trainer mit champions-league-vergangenheit und ein verteidiger, der das aufgeben verwarf

Ein trainer mit champions-league-vergangenheit und ein verteidiger, der das aufgeben verwarf

Dass ein Trainer wie Mauro Lustrinelli, der vor 20 Jahren noch selbst in der Champions League für Thun spielte, nun das Team zum Titel führt, ist schlichtweg außergewöhnlich. Und dann ist da noch Genís Montolio, der spanische Innenverteidiger, der vor kurzem in einer spanischen Sportzeitung seine Geschichte teilte. Er stand kurz vor dem Aus aus dem Fußball, verdiente in der Schweizer Zweitklassigkeit kaum genug, um über die Runden zu kommen. Heute ist er Schweizer Meister. Montolio betonte: „Wenn wir dieses Jahr die Liga gewinnen, kann das das Leben jedes Einzelnen von uns verändern.“ Diese Worte sind nun mehr als nur ein Wunsch – sie sind Realität.

Die nächste Herausforderung für Thun ist die Qualifikation zur Champions League. Ein Traum, den Montolio in den letzten Wochen immer wieder aussprechen ließ: „Die Champions League ist etwas Besonderes, wie eine Weltmeisterschaft oder eine Europameisterschaft.“ Nach einer Saison, in der Thun nicht nur den Klassenerhalt sicherte, sondern die Liga dominierte und die Grenzen des Möglichen sprengte, steht dem Team die Tür zu europäischen Fußballerfolgen offen. Die Nacht im Oberland Bern wird zu einer unvergesslichen Feier.