Nordische kombination am scheideweg: olympia-zukunft ungewiss
- Nordische kombination am scheideweg: olympia-zukunft ungewiss
- Ioc-kritik und drohende konsequenzen
- Geigers alarm: „ohne olympia-status ist eine sportart tot“
- Dsv-sportdirektor hüttel: argumente liefern!
- Entscheidende wettkämpfe in italien
- Reaktion der nordischen kombination auf die kritik
- Unterstützung für kleinere nationen
- Reduzierte quoten und olympia-aus für thannheimer
- Kritik am leistungsgedanken und der eventisierung
- Die situation der frauen – ein zentrales problem
- Zwei optionen für die zukunft: alle oder keiner?
Nordische kombination am scheideweg: olympia-zukunft ungewiss
Die Nordische Kombination steht vor einer entscheidenden Phase. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) übt Kritik, die Starterquoten wurden reduziert und der Ausschluss der Frauen wirft einen langen Schatten auf die Zukunft der Sportart. Besonders für Deutschland wäre ein Ausschluss von den Olympischen Spielen ein schwerer Schlag.
Ioc-kritik und drohende konsequenzen
Die Athleten bangen um ihre Sportart, denn in wenigen Tagen beginnen die Olympischen Spiele, und für die Kombinierer steht mehr auf dem Spiel als nur der Kampf um Medaillen. Julian Schmid, aktuell Zweiter im Gesamtweltcup, äußerte bereits vor der Saison seine Sorgen: „Sorgen mache ich mir auf jeden Fall und ich glaube, die sind auch berechtigt.“

Geigers alarm: „ohne olympia-status ist eine sportart tot“
Der dreifache Olympiasieger Vinzenz Geiger warnt eindringlich: „Ohne Olympia-Status ist eine Sportart tot.“ Das IOC wird im Laufe des Jahres entscheiden, ob die Nordische Kombination auch 2030 olympisch bleibt. Deutschland, mit 27 Olympia-Medaillen (davon 12 Gold), wäre besonders betroffen.
Dsv-sportdirektor hüttel: argumente liefern!
Horst Hüttel, Sportdirektor des Deutschen Skiverbands (DSV), fordert eine klare Positionierung: „Wir müssen Argumente liefern. Wir müssen dem IOC zeigen, dass es ein Riesenfehler wäre, die Kombination aus dem Programm zu nehmen.“ Die zentrale Forderung des IOC ist die Integration der Frauen. Hüttel formuliert es deutlich: „Entweder die Damen kommen rein - oder die Herren kommen raus.“
Entscheidende wettkämpfe in italien
Das IOC wird die Einzel-Wettbewerbe in Italien (11. und 17. Februar) genau beobachten. IOC-Präsidentin Kirsty Coventry und Karl Stoss, ein weiteres IOC-Mitglied, werden vor Ort sein. „Ich hoffe sehr, dass sie sich ein eigenes Bild machen werden“, so Hüttel. Das IOC bemängelt vor allem die geringe internationale Beteiligung und das mangelnde Zuschauerinteresse.
Reaktion der nordischen kombination auf die kritik
Die Sportart versucht, durch die Einführung neuer Wettkampfformate, wie das Compact-Format, Abwechslung und Spannung zu erzeugen. Julian Schmid verweist auf Beispiele aus dem Biathlon. Vinzenz Geiger kontert: „Es gibt keinen anderen Sport, der da mithalten kann.“
Unterstützung für kleinere nationen
Das deutsche Team unterstützt kleinere Nationen, um die internationale Verbreitung der Sportart zu fördern. „Wir haben die Tschechen dabei auf den Lehrgängen, betreuen bei uns in der Nationalmannschaft auch einen Schweizer das ganze Jahr über, und haben in Oberstdorf am Stützpunkt noch einen Niederländer, der von uns gefördert wird“, erklärt Schmid. Trotzdem räumt Rydzek ein, dass die Sportart derzeit stark auf Europa konzentriert ist.
Reduzierte quoten und olympia-aus für thannheimer
Das IOC hat die Starterquoten auf 36 reduziert (vorher 55), was sich negativ auf die breitere Aufstellung auswirkt. Wendelin Thannheimer, der in dieser Saison bereits auf dem Podium stand, verpasst die Teilnahme an den Spielen. „Das ist extrem hart“, zeigt sich Geiger betroffen.
Kritik am leistungsgedanken und der eventisierung
Rydzek kritisiert die Entwicklung der Olympischen Spiele: „Zum einen werden die Spiele viel größer vermarktet und eventisiert, auf der anderen Seite wird an den Protagonisten, die die Sportler ja sind, eingespart.“
Die situation der frauen – ein zentrales problem
Die Situation der Nordischen Kombiniererinnen ist besonders prekär. Sie wurden für die Spiele in Peking 2022 und Mailand/Cortina 2026 nicht berücksichtigt. Nathalie Armbruster, deutsche Gesamtweltcupsiegerin, bezeichnet die Entscheidung als „im 21. Jahrhundert absolut nicht nachvollziehbar“. Einige Athletinnen haben bereits den Verband gewechselt, um ihre Olympia-Hoffnungen zu wahren.
Zwei optionen für die zukunft: alle oder keiner?
Für die Zukunft gibt es zwei Szenarien: Entweder die Nordische Kombination wird als gemischte Disziplin bei Olympia zugelassen – oder gar nicht. Eric Frenzel bleibt optimistisch: „Die Damen haben sich sehr gut entwickelt, es wurden ihnen Hausaufgaben mitgegeben und ich glaube, die wurden sehr gut erfüllt.“ Auch Nathalie Armbruster hofft auf eine positive Entscheidung des IOC.
