Nordica verpasst dem promachine 3 einen laser-camo-anzug
Die Nordica-Engineer haben nicht einfach eine neue Version gebaut, sondern den Skischuh Promachine 3 in einem Stück aus dem Formenlabor geschnitten – mit 98 mm Ballen, racing-DNA und einem Lasercamo-Schaft, der selbst in der Staubwolke noch aussieht wie ein Tarnnetz auf Speed.
Der Promachine 3 130 S (Damen: 115 S) kommt zur Saison 2026/27. Zehn Jahre nach dem Debüt des ersten Promachine ist die dritte Generation kein Facelift, sondern ein Neuteil. Alberto Contento, Senior Product Manager bei Tecnica Group, spricht von einem „komplett neuen Formkörper“. Dahinter steckt nicht nur Marketing. Die Kohlefaser-/PU-Konstruktion wurde um 12 % versteift, die Sohle um 7 % verjüngt, der Eintritt um 3 Grad aufgestellt – das spart Kraft beim Anklippen und sekunden beim Wechsel von der Kante in den Zielsprung.
Die Innenschuh-Kalotte stammt aus dem Rennsport. Sie sitzt tief, presst den Fersenriegel gegen den Calcaneus und gibt direktes Feedback, ohne dass sich der Fuß in der Schale verabschiedet. Die 45 Shore-Härte der Micro-Kantenkontur erlaubt einmahlbare Anpassungen bis ins Dezimillimeter. Wer will, kann die Schale in 8 Minuten auf 80 °C erwärmen und bekommt eine individuelle Passform, ohne dass ein Schuhmacher Hand anlegt.
Laser-camo: der erste tarn-effekt auf dem markt
Die Optik ist kein Aufkleber. Ein CO₂-Laser fräst 0,2 mm tief ins Polyamid und erzeugt ein pixelgenaues Tarnmuster, das je nach Lichteinfall zwischen Oliv und Anthrazit changiert. Die Technik kommt aus der Automobilindustrie; Nordica übertrug sie erstmals auf Skischuhe. Der Effekt: Der Schuh wirkt schmaler, als er ist, und die Laserrillen reduzieren die visuelle Masse auf 1.950 Gramm (Mondgröße 26,5).
Die Farbpalette bleibt kühl: „Arctic Grey“ und „Stealth Black“ für Herren, „Alpine White“ und „Glacier Teal“ für Damen. Preis: 799 Euro für die 130er-Flex-Version, 749 Euro für die 115er. Ab August 2026 liegt der Schuh im Fachhandel, Vorbestellungen laufen seit dieser Woche.
Für den ambitionierten Freizeitfahrer ist der Promachine 3 ein Spagat zwischen Komfort und Rennschuh. Für den Trainer ein Tool, das Rekruten auf die nationale Stufe schiebt, ohne dass sie vorher Plätze am Fuß eintauschen. Für Nordica ist er der Umsatztreiber der nächsten Dekade – und für mich der Beweis, dass Innovation im Skisport nicht mehr nur auf Kantenradien und Flexzahlen basiert, sondern auf Millisekunden, die zwischen Tarnung und Technik entscheiden.
