Kofane rückt vor: leverkusen droht schick-ausfall in freiburg
Der Lauf ist da, das Tor auch – und trotzdem hängt Christian Kofanes Einsatz in Freiburg am seidenen Faden. Denn Patrik Schick, die feste Nummer neun von Bayer Leverkusen, kämpft weiter mit muskulären Problemen. Trainer Kasper Hjulmand schickt seine Sturmreihe ins Risiko-Modus: „Es sieht schwierig aus, aber nicht unmöglich.“
Ein 19-jähriger gegen die hierarchie
Kofane selbst hat die Sache längst in die Hand genommen. Sein Siegtreffer beim 1:0 in Hamburg war kein Einzelschlag, sondern ein Statement. Drei Tage zuvor hatte er gegen Mainz das 1:1 vorbereitet – beide Male als Joker. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Seit Weihnachten nur vier Starts, davor zehn. Der Grund liegt nicht an mangelnder Power, sondern an der Formdelle nach dem Afrika-Cup und an Hjulmands Vorliebe für Erfahrung. Doch wer 13 Saisontore braucht, um auf sechs Treffer zu kommen, darf sich Fragen nach der Effizienz gefallen lassen.
Der Kameruner, im Sommer für läppische 5,25 Millionen Euro aus Spaniens Zweiter Liga geholt, bringt genau das, was Schick fehlt: Pressing, Laufwege, Gegenstoßmaschine. Ohne Ball ist er bereits jetzt kompletter als der Tscheche. Mit Ball allerdings? Da lacht selbst Simon Rolfes vorsichtig: „Kofi hat es sehr gut gemacht – mit dieser Energie müssen wir weitermachen.“ Die Energie, die vor Monaten in Manchester zum 2:0-Sieg bei City führte, als Leverkusen mit 14 Feldspielern antreten musste.

Die sturmfrage: tore oder tempo?
Die Entscheidung fällt am Samstag, 15.30 Uhr, im Breisgau. Fünf Partien in 14 Tagen, das Programm zwingt zur Rotation. Hjulmand kann nicht noch einmal zocken, nicht nach der Länderspiel-Pause, nicht mit Blick auf die Champions-League-Rückrunde. Kofane wartet auf den zweiten Bundesliga-Treffer in Serie – der erste war am 29. November gegen Dortmund. Seitdem 13 Wochen ohne Tor, dafür jetzt zwei starke Auftritte in Folge. Der Teenager selbst schweigt, läuft, spielt. Sein Berater weiß: Jede weitere Minute wirkt wie ein Bewerbungsgespräch auf Rasen.
Leverkusen steht an der Kreuzung: Sicherheit durch Schicks Klasse oder Dynamik durch Kofanes Lunge. Die Antwort liegt längst nicht mehr nur in der medizinischen Abteilung. Sie liegt in den Füßen eines 19-Jährigen, der gerade gelernt hat, dass man in der Bundesliga nicht nur Tore schießen muss, sondern auch Lücken reißt – und zwar vor dem gegnerischen Strafraum und vor der eigenen Hierarchie. In Freiburg wird sich zeigen, ob Kofane die Lücke endgültig aufreißt oder ob Schick doch noch mitfliegt. Eines ist klar: Leverkusen kann sich keinen weiteren Punkteverlust leisten, nicht mit Dortmund und Leipzig im Nacken.
